Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Nach Schätzungen werden Ende 2022 nur noch etwa 62.700 Menschen in den Frankfurter Bankentürmen arbeiten werden, rund 2000 weniger als zum Zeitpunkt des Ausbruchs der Corona-Pandemie Anfang dieses Jahres.
+
Nach Schätzungen werden Ende 2022 nur noch etwa 62.700 Menschen in den Frankfurter Bankentürmen arbeiten werden, rund 2000 weniger als zum Zeitpunkt des Ausbruchs der Corona-Pandemie Anfang dieses Jahres.

Weniger Banker in der Stadt

Finanzplatz Frankfurt verliert tausende Jobs

  • VonRolf Obertreis
    schließen

Der Personalbedarf der Banken schrumpft. Auch Banken, die ihren Sitz aus Großbritannien verlagern helfen nur bedingt.

Frankfurt – Nach der Entscheidung der Briten für den Brexit vor mehr als vier Jahren bedauerte man diesen Schritt zwar auch am Finanzplatz Frankfurt, machte sich aber große Hoffnungen auf den Wechsel vieler Finanzdienstleister und Banken von der Themse an den Main. Von bis zu 10.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen war die Rede. Das entpuppte sich schnell als übertrieben, mit der Zeit war die Rede allenfalls von wenigen Tausend.

Jobabbau bei Banken in Frankfurt wegen Corona und Sparprogrammen

Die Folgen der Corona-Pandemie, aber auch drastische Sparprogramme nicht nur bei der Deutschen Bank und der Commerzbank sorgen sogar dafür, dass die Zahl der Jobs im Finanzsektor in Frankfurt schrumpft. Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) schätzt, dass Ende 2022 nur noch etwa 62.700 Menschen in den Bankentürmen am Main arbeiten werden, rund 2000 weniger als zum Zeitpunkt des Ausbruchs der Pandemie Anfang dieses Jahres. Möglicherweise könnten die Folgen von Covid-19 zu einem noch stärkeren Abbau führen. „Coronabedingt ändern wir unsere Beschäftigungsprognose für den Frankfurter Bankenstandort“, sagt Ulrike Bischoff, Autorin der Studie über die Jobs am Finanzplatz Frankfurt.

Zwar werde es am Main infolge des Brexits zusätzlich zu den bereits entstandenen 1500 Stellen bis Ende 2022 bei den Banken rund 2000 neue Arbeitsplätze geben. Das werde die mittlerweile verstärkte Konsolidierung aber nicht überkompensieren.

Zuletzt 64.700 Beschäftigte bei Banken in Frankfurt

Von 1999 bis zum Spätsommer 2020 habe sich die Zahl der Banken in Deutschland um 53 Prozent auf aktuell mehr als 1500 reduziert. Damit sei es aber europaweit immer noch die höchste Zahl. In Frankreich etwa gebe es rund 650, in Großbritannien 460 Finanzinstitute. Immerhin hielten Auslandsbanken am Standort Frankfurt fest – 160 sind es aktuell.

Ende 2019 zählten die Banken in der Mainmetropole der Studie zufolge 64 700 Beschäftigte. Seit 2014 war die Zahl um sechs Prozent gestiegen, vor allem wegen des erhöhten Personalbedarfs durch die Regulierung und die Digitalisierung, so Bischoff. Außerdem habe die Ausweitung der Beschäftigung bei der Europäischen Zentralbank (EZB) eine wichtige Rolle gespielt. Allein dort habe sich die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den vergangenen fünf Jahren um 1700 auf rund 3500 nahezu verdoppelt. „Die EZB ist in Frankfurt ein Beschäftigungsmotor“, so Bischoff.

Gefahr für Banken in Frankfurt durch Kreditausfälle nach der Corona-Pandemie

Mit dem Anstieg der Jobs im Frankfurter Bankensektor wird es der Studie zufolge im Laufe dieses Jahres vorbei sein. Einen leichten Zuwachs habe es möglicherweise wegen der erhöhten Kreditnachfrage durch die Corona-Pandemie gegeben. Dafür sei zusätzliches Personal erforderlich gewesen, vermutet Bischoff. Allerdings könnten mögliche Kreditausfälle infolge der Pandemie zusätzlich zu den Niedrigzinsen und der Digitalisierung den Kostendruck bei den Banken weiter erhöhen – mit Konsequenzen auch für die Beschäftigung.

Allein Deutsche Bank und Commerzbank wollen in den nächsten Jahren weltweit insgesamt etwa 28.000 Stellen abbauen, darunter vermutlich auch einige Tausend in Frankfurt. (Rolf Obertreis)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare