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Weihnachtsgeld: In welchen Jobs gibt es das meiste Geld?

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Von: Caspar Felix Hoffmann

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Weihnachtsgeld können viele Menschen gut gebrauchen. Aber nicht alle Arbeitnehmer:innen erhalten die Sonderzahlungen. Ein Kriterium ist besonders wichtig.

Frankfurt – Energiekrise und Inflation: Viele Haushalte können gerade zum Jahresende zusätzliches Geld gut gebrauchen. Doch sind es vor allem Arbeitnehmer:innen, die nach Tarifverträgen bezahlt werden, die sich weitgehend darauf verlassen können, im November oder Dezember ein Weihnachtsgeld zu erhalten.

Weihnachtsgeld für Tarifbeschäftigte: Im Schnitt 2747 Euro

Die Mehrheit der Tarifbeschäftigten in Deutschland kann in diesem Jahr mit einem Weihnachtsgeld rechnen: Im Schnitt werden 2747 Euro überwiesen, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch (16. November) berichtete. Das sei eine Steigerung von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit weit unter der allgemeinen Teuerung. Im Osten erhielten mit 88,5 Prozent anteilig etwas mehr Tarifbeschäftigte Weihnachtsgeld als im Westen mit 85,3 Prozent. Dafür fielen im Westen die Zahlungen durchschnittlich um 157 Euro höher aus.

Einen tariflichen Anspruch auf Sonderzahlungen zum Jahresende haben demnach 85,7 Prozent der Tarifbeschäftigten. In den meisten Branchen liege der Wert deutlich über 90 Prozent, Weihnachtsgeld gebe es also für die allermeisten. Die höchsten Zahlungen von durchschnittlich 5263 Euro kassierten dabei Beschäftigte in der Energieversorgung. In der Tabakverarbeitung (564 Euro) und in der Leiharbeit (327 Euro) gebe es die geringsten Beträge.

BrancheDurchschnittliches Weihnachtsgeld
Energieversorgung5263 €
Information und Kommunikation4457 €
Finanz- und Versicherungsdienstleistungen4198 €
Grundstücks- und Wohnungswesen3653 €
Wasserversorgung3534 €
Gesundheits- und Sozialwesen3392 €
Bergbau3297 €
Erbringung sonstiger Dienstleistungen3271 €
Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen3250 €
Kunst, Unterhaltung und Erholung3195 €
Quelle: Statistische Bundesamt
Ein Mann eilt mit einem verpackten Geschenk zwischen den anderen Passanten die Einkaufsmeile Zeil in Frankfurt entlang.
Ein Mann eilt mit einem verpackten Geschenk zwischen den anderen Passanten die Einkaufsmeile Zeil in Frankfurt entlang. © Frank Rumpenhorst/dpa

Weihnachtsgeld für Arbeitnehmer:innen ohne Tarifvertrag

Tarifverträge gelten allerdings längst nicht für alle Arbeitnehmer:innen in Deutschland. 46 Prozent der westdeutschen und 55 Prozent der ostdeutschen Beschäftigten arbeiteten 2021 in Betrieben, in denen es gar keinen Tarifvertrag gab, hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im Mai festgestellt. Es gebe aber eine große Zahl von Betrieben, die ihre Zahlungen an Tarifverträgen orientieren, ohne aber verbindlich daran gebunden zu sein.

Ohne Tarifvertrag sinke die Chance auf Weihnachtsgeld auf 42 Prozent, berichtet die gewerkschaftliche Hans-Böckler-Stiftung unter Berufung auf Selbsteinschätzungen von rund 63.000 Menschen, die ihre Bezüge auf dem Portal lohnspiegel.de eingetragen hätten. Unter dem Strich erhalte demnach gut die Hälfte (54 Prozent) der Beschäftigten in Deutschland Weihnachtsgeld.

Einen gesetzlichen Anspruch auf Weihnachtsgeld gibt es nicht, wie beispielsweise auch die Industrie- und Handelskammer Offenbach feststellt. Es könne in Einzelverträgen, Betriebsvereinbarungen oder eben Tarifverträgen vereinbart werden. Zahle ein Arbeitgeber ohne Vorbehalt drei Jahre lang freiwillig Weihnachtsgeld an seine Mitarbeiter, entstehe eine sogenannte „betriebliche Übung“, die auch für die kommenden Jahre Zahlungen in gleicher Höhe garantiere. (cas)

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