Automobilbranche

Fiat dementiert Deal mit Chrysler

Der italienische Fiat-Konzern hat keinen Vertrag mit dem US-Konkurrenten Chrysler unterschrieben. Ein entsprechender Medienbericht wird dementiert. Chrysler bleibt von der Insolvenz bedroht.

Rom/Turin. Der italienische Autobauer Fiat hat nach Angaben eines Konzernsprechers bisher keinen Vertrag mit dem angeschlagenen US-Unternehmen Chrysler unterzeichnet. "Wir bestätigen das nicht", sagte der Sprecher am Dienstag in Bezug auf einen Bericht der Zeitung "Corriere della Sera", wonach beide Autobauern einen Vertrag unterzeichnet hätten.

Der US-Konzern Chrysler hat bis Donnerstagabend Zeit, der US-Regierung einen überarbeiteten Sanierungsplan vorzulegen. Andernfalls droht der ehemaligen Daimler-Tochter die Insolvenz. Fiat hat auch Interesse an einem Einstieg bei Opel bekundet. Der Rüsselsheimer Autobauer ist in Bedrängnis geraten, weil seine US-Muttergesellschaft General Motors wie Chrysler vor dem Aus steht.

Die Mailänder Zeitung "Corriere Della Serra" hatte berichtet, dass der italienische Fiat-Konzern eine Vereinbarung mit dem US-Konkurrenten Chrysler unterschrieben. US-Präsident Barack Obama wolle Details gegen 18.00 Uhr europäischer Zeit am Donnerstag bekanntgeben, hieß es lediglich. Fiat gilt als wahrscheinlicher Partner für eine Rettung des maroden US-Autobauers.

Nach US-Medienberichten dürfte Chrysler noch am Donnerstag einen Insolvenzantrag stellen. Fiat dürfte dann erst im Zuge des Insolvenzverfahrens zugreifen. Der Gläubigerschutz von Chrysler macht Verhandlungen über einen Einstieg für Fiat jedoch mühsam.

"Das verkompliziert das Verfahren", sagte Autoexperte Christoph Stürmer vom Prognoseinstitut Global Insight. Sämtliche Entscheidungen müssen nun mit dem Insolvenzrichter abgestimmt werden. Daher dürfte Fiat-Chef Sergio Marchionne die nächsten Schritte der Gläubiger abwarten, bevor er weitere Entscheidungen fällt.

Gespräche über Opel könnten weiterlaufen

Die Gespräche mit General Motors über deren deutsche Tochter Opel könnten davon weitgehend unberührt weiterlaufen. "Die Auswirkungen auf Opel dürften sich beschränkt halten", sagte Opel-Aufsichtsratmitglied Armin Schild am Donnerstag zu Reuters. Fiat hatte zunächst einen Einstieg bei Chrysler ins Auge gefasst, Kreisen zufolge aber auch Interesse an dem Rüsselsheimer Autobauer Opel bekundet, der einen Investor sucht. (dpa/rtr)

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