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Ferrero kündigt Ermittlungen an

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Die Überraschungseier werden angeblich von rumänischen Kindern in Heimarbeit bestückt.
Die Überraschungseier werden angeblich von rumänischen Kindern in Heimarbeit bestückt. © dpa

Dem Schoko-Hersteller Ferrero wird die Ausbeutung von Kindern in Rumänien vorgeworfen. Das Unternehmen reagiert überrascht und kündigt Ermittlungen an.

Von Jacqueline Rother

Sie sind süß, rund und enthalten eine Überraschung. Doch was jetzt dem italienischen Süßwarenhersteller Ferrero vorgeworfen wird, macht keine Freude. Die Überraschungseier des Unternehmens werden angeblich von rumänischen Kindern in Heimarbeit bestückt. Nach einem Bericht der britischen Boulevardzeitung „The Sun“ hat die rumänische Justiz Ermittlungen aufgenommen. Hersteller Ferrero äußerte sich angesichts der Berichte „bestürzt und zutiefst besorgt“ und kündigte „umfassende Untersuchungen“ an. Zu diesem Zweck wurden unabhängige Prüfer nach Rumänien geschickt.

Nach Einschätzung des Kinderhilfswerks „Terre des Hommes“ könnten die Vorwürfe zutreffen. Kinderarbeit sei ein verbreitetes Phänomen in ärmeren Ländern, sagte Terre-des-Hommes-Sprecherin Barbara Küppers der FR. Wenn Ferrero in Rumänien produziere, müsse der Konzern wissen, dass dort Kinderarbeit verbreitet sei: „Wenn das nicht der Fall ist, dann hat das Unternehmen seine Risikoanalyse nicht richtig gemacht.“

In dem Bericht der „Sun“ wird eine rumänische Familie mit drei Kindern zwischen sechs und elf Jahren vorgestellt. Auf einem Foto sind die Kinder mit ihrer Mutter zu sehen, die am Tisch sitzend offenbar gelbe Plastikeier befüllen, wie sie für die Kinderüberraschung typisch sind. Der Vater solle der Zeitung zufolge die Tätigkeit „Sklavenarbeit“ genannt haben. Seine Kinder müssten bis zu 13 Stunden täglich arbeiten und erhielten für 1000 Eier nur umgerechnet 4,43 Euro.

Im Internet ist die Aufregung groß. „Ich möchte von Ihnen wissen, wie ich meinem 5-Jährigen jetzt erkläre, dass er nie wieder Ü-Eier bekommen wird?“, fragt ein Vater auf der Facebook-Seite von „Kinder Überraschung“. Doch ob die Vorwürfe überhaupt stimmen, ist unklar. Zwar ist Ferrero bereits vor zwei Jahren negativ aufgefallen. In Produkten wie Duplo oder Hanuta waren von Kindern geerntete Haselnüsse verarbeitet worden. Nur widersprechen im jetzigen Fall die Mutter und die Schuldirektorin der Kinder dem „Sun“-Bericht. Es handele sich um eine Inszenierung. Die Kinder gingen regelmäßig zur Schule und hätten gar keine Zeit, um 13 Stunden am Tag Überraschungen in Eier zu packen.

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