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Eine Schippe voll Dreck, der Gold wert ist: Während des Rohstoffbooms waren alle um die begrenzte Ressource der seltenen Erden besorgt.
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Eine Schippe voll Dreck, der Gold wert ist: Während des Rohstoffbooms waren alle um die begrenzte Ressource der seltenen Erden besorgt.

Rohstoffpreise

Aus Fehlern lernen

  • Peter Wolff
    VonPeter Wolff
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Statt eine nationalistische Rohstoffpolitik anzustreben, sollte wieder verstärkt global und kooperativ gedacht werden. Denn besonders Entwicklungsländer kommen mit den volatilen Prozessen am Markt nur schwer klar.

Seit Mitte 2011 fallen die Rohstoffpreise und ein Ende ist angesichts der flauen Weltkonjunktur nicht abzusehen. Wer erinnert sich noch an den Hype um die Seltenen Erden, an die Angst vor Versorgungsengpässen in der deutschen Industrie, an die Sorge vor chinesischen Investitionen zur Sicherung des Zugangs zu Rohstoffquellen? Die Bundesregierung sah sich auf dem Höhepunkt des Rohstoffpreisbooms genötigt, eine nationale Rohstoffstrategie zu verkünden. Die deutsche Industrie gründete eine Rohstoffallianz. Mit vier Ländern (Mongolei, Kasachstan, Peru, Chile) wurden Rohstoffpartnerschaften vereinbart.

All dies war ein völlig nutzloser Rückfall in eine nationalistische Rohstoffpolitik. Keine der aktionistischen Politiken hat einen sichtbaren Mehrwert erbracht. Seitdem die Rohstoffpreise sinken, hat man nur noch wenig davon gehört. Die großen internationalen Rohstoffkonzerne mussten inzwischen zahlreiche Investitionen mangels Nachfrage wieder absagen. Die chinesischen Investitionen in Rohstoffe nützen China wenig, solange es genügend Rohstoffe auf dem Weltmarkt gibt. Sie erhöhen allerdings das weltweite Angebot und drücken somit die Preise.

In Schwierigkeiten geraten die Länder, die von Rohstoffexporten abhängig sind. Das sind bei den Nicht-Erdölprodukten vor allem Entwicklungsländer. Sambia hat auf Kupfer gesetzt, die Mongolei und Afghanistan wurden als zukünftige Rohstofflieferanten mit hohen Wachstumschancen gesehen. Nach dem Ende des Booms steht das in Frage. Es zeigt sich, dass man auf zukünftige Rohstoffeinnahmen besser keine Kredite aufnehmen sollte. Diese Industrie ist zu volatil, um auf ihrer Basis nachhaltiges Wachstum zu erzielen. Diversifizierte Rohstoffländer wie Kanada und Australien können mit dieser Volatilität umgehen. Entwicklungsländer können es meistens nicht.

Was sollten wir daraus lernen? Es ist an der Zeit, die nationalistischen Rohstoffstrategien endgültig zugunsten einer kooperativen globalen Rohstoffpolitik zu entsorgen. Dazu gehören die freien Rohstoffmärkte, von denen alle immer profitiert haben. Dazu gehören aber vor allem auch globale Regeln für eine nachhaltige Rohstoffwirtschaft. Wie in anderen Politikfeldern gilt auch hier: Das aufgeklärte nationale Interesse liegt in der globalen Kooperation.

Der Autor ist Abteilungsleiter „Weltwirtschaft und Entwicklungsfinanzierung“ beim Deutschen Institut für Entwicklungspolitik.

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