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Klimaschutz

Fast so schädlich wie Kohle

  • Jakob Maurer
    vonJakob Maurer
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Die Organisation „Urgewald“ fordert Versicherungsunternehmen dazu auf, aus dem Geschäft mit Öl und Gas auszusteigen – vor allem eine Branche steht dabei im Fokus.

Die deutsche Umwelt- und Menschenrechtsorganisation „Urgewald“ fordert Versicherungsunternehmen auf, „sofort damit aufzuhören, neue Öl- oder Gasprojekte zu versichern“. Das geht aus einer Studie hervor, die Urgewald zusammen mit dem NGO-Netzwerk Insure Our Future an diesem Donnerstag herausgibt und die der Frankfurter Rundschau vorab vorlag. Demzufolge haben unter anderen die deutschen Versicherungskonzerne Allianz, Talanx und Munich Re „in den vergangenen Jahren große LNG-Anlagen wie Swinoujscie in Polen, Zeebrugge in Belgien und Dunkerque in Frankreich unterstützt.“

An diesen Hafenterminals werden spezielle Tankschiffe entladen, die Flüssigerdgas (LNG, Abkürzung für liquefied natural gas) hauptsächlich aus den USA, Russland, Algerien und Katar einführen. Das zuvor durch Abkühlung auf minus 162 Grad Celsius verflüssigte Gas wird dort erwärmt und in das Gasnetz eingespeist. Dies benötigt laut Urgewald „eine große Menge an Treibstoff, in der Regel Erdgas“.

Im Koalitionsvertrag von 2018 beschrieb die Bundesregierung Flüssiggas als umweltfreundlich. Anfang 2021 wurde jedoch die Einschätzung des Bundesumweltministeriums publik, wonach vor allem das in den USA mittels Fracking gewonnene LNG ähnlich klimaschädlich sei wie Kohle.

Beim Fracking werden Chemikalien unter hohem Druck in den Boden gepresst, um Schieferschichten aufzubrechen. Die umstrittene Methode ist in Deutschland weitgehend verboten. Unter anderem birgt sie erhebliche Risiken für das Grundwasser.

Urgewald verweist außerdem auf Studien, die das Problem von Lecks betonen, die bei der Gasförderung und -weiterverarbeitung sowie dem Transport vorkämen. Dadurch trete Methan aus, dessen Effekt auf die Erderwärmung in einem Zeitraum von 20 Jahren 86-mal größer sei als der von CO2.

Wenn Allianz, Talanx, Munich Re ihre Klimaverpflichtungen ernst nähmen, müssten sie sich von LNG und anderen fossilen Geschäften verabschieden, teilte Urgewald-Aktivistin Regine Richter mit. „Die weitere Absicherung von und Investitionen in neue Gas- und Ölinfrastruktur sind mit dem 1,5-Grad-Ziel von Paris unvereinbar.“ Das sei der nächste Schritt, nachdem die Konzerne sich beim Kohleausstieg „auf den Weg gemacht“ hätten.

Ein Talanx-Sprecher teilte mit: „Die Talanx-Gruppe bekennt sich zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens.“ Man beobachte stetig weitere fossile Energien und passe Ausschlusskriterien an. Zu LNG-Geschäften gab es jedoch keine genaueren Angaben.

Munich Re teilte auf Anfrage mit, man befinde sich regelmäßig im Austausch mit NGOs wie Urgewald. Die Forderung sowie Einzelprojekte der Munich Re kommentiere man nicht. Der Konzern verfolge beim Klimaschutz als Ganzes einen schrittweisen Abbau von Emissionen, „anstatt punktuell aus einzelnen Projekten auszusteigen“, erklärte Munich Re.

Von der Allianz hieß es, man unterstütze das 1,5-Grad-Ziel und stehe dazu mit Firmen im Dialog zu den Reduktionszielen. Das sei zielführender „als der Ausschluss von Unternehmen aus den Portfolien einzelner Versicherer“.

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