Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Jürgen Fitschen (hinten) und sein Amtsvorgänger Josef Ackermann im Verhandlungssaal des Münchener Landgerichts.
+
Jürgen Fitschen (hinten) und sein Amtsvorgänger Josef Ackermann im Verhandlungssaal des Münchener Landgerichts.

Deutsche Bank

Fast schon ein Freispruch

  • Thomas Magenheim-Hörmann
    VonThomas Magenheim-Hörmann
    schließen

Der Richter hält die Vorwürfe gegen Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen und vier weitere Spitzenbanker offenbar nicht für begründet.

Bei einem Strafprozess kommt das Urteil normalerweise nach den Plädoyers von Anklage und Verteidigung. Im Münchner Betrugsprozess gegen den scheidenden Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, und vier weitere Ex-Spitzenbanker des Instituts wurde diese Reihenfolge am 33. Verhandlungstag de facto umgedreht.

Seit fast einem Jahr wird vor dem Münchner Landgericht verhandelt. In einem Vorgängerprozess soll das Quintett das Oberlandesgericht (OLG) München angelogen haben, um eine Schadenersatzforderung des inzwischen verstorbenen Pleitiers Leo Kirch zu unterlaufen. Für die Ankläger lief das Verfahren aber zuletzt schlecht, was immer neue Beweisanträge korrigieren sollten. Den letzten dieser Art hat Richter Peter Noll nun mit fulminanter Begründung abgeschmettert.

„Der Nachweis, dass vorsätzlich falsch ausgesagt wurde, ließ sich nicht führen“, erklärte Noll. Ein neuer Beweisantrag fragwürdigen Inhalts ändere daran nichts. Zudem lasse die Staatsanwaltschaft jede Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der Beweisaufnahme vermissen, die keinerlei Belege für Straftaten gebracht habe. Die von der Anklage behauptete Absprache zum versuchten Prozessbetrug vor dem OLG zwischen Fitschen, seinen Amtsvorgängern Josef Ackermann und Rolf Breuer sowie deren Ex-Vorstandskollegen Clemens Börsig und Tessen von Heydebreck sei nicht bewiesen worden. Die fünf Banker hätten sich vor ihren Aussagen vor dem OLG 2012 lediglich mit ihren Anwälten beraten, aber nicht zu Falschaussagen abgesprochen.

Das traf die einmal siegessicheren Ankläger hart. Es sei etwas schwierig, nach diesen Worten des Richters nun zu plädieren, konstatierte der vortragende Staatsanwalt zu Beginn seiner Ausführung. Die Schuld der Angeklagten sei durch die Verhandlung „vollumfänglich bewiesen“, erklärte er dennoch. Sie alle hätten vor dem OLG gelogen.

Für Breuer als Kopf der vermeintlichen Verschwörung forderte die Staatsanwaltschaft dreieinhalb Jahre Gefängnis, für Ackermann zweieinhalb Jahre jeweils ohne Bewährung. Bewährungsstrafen beantragte der Ankläger für Börsig sowie für Fitschen. Lediglich im Fall von Heydebreck reiche eine Geldstrafe aus. Auch die Deutsche Bank selbst müsse eine Million Euro als Geldbuße zahlen. Schließlich seien es die Anwälte des Kreditinstituts gewesen, die den Bankern seinerzeit eine „Anleitung zur Falschaussage“ geliefert hätten.

Doch das war wohl nur noch für das Protokoll wichtig. Es sieht nun ganz danach aus, als ob sich die Verteidigung mit ihrer Forderung nach Freisprüchen auf ganzer Linie durchsetzen wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare