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Protestzug der IG Metall-Jugend in Berlin für einen sozialverträglichen Umbau der Industrie und die arbeitsplatzsichernde Energie- und Verkehrswende.

Berlin

Ruf nach #FairWandel

Zehntausende demonstrieren beim Aktionstag der IG Metall in Berlin für eine soziale und ökologische Umgestaltung von Industrie und Arbeitswelt.

Klimaprotest vor der Vertretung der EU-Kommission, eine Pappmauer-Aktion gegen unterschiedliche Arbeitsbedingungen in Ost und West, Reden, Transparente, Luftballons und Musik: In Berlin haben am Samstag mehrere zehntausend Menschen für eine soziale und ökologische Umgestaltung von Industrie und Arbeitswelt demonstriert. An dem Aktionstag der Gewerkschaft IG Metall unter dem Motto “#FairWandel“ beteiligten sich auch der Sozialverband Diakonie Deutschland der evangelischen Kirche, der Umweltverband Nabu und der Sozialverband VDK.

Die Pariser Klimaschutzziele seien nicht verhandelbar, betonte der Vorsitzende der IG Metall, Jörg Hofmann: „Wir wollen unseren Planeten unseren Kindern in einem lebenswerten Zustand überlassen.“ Industrie und Beschäftigte müssten deshalb nun den Beweis antreten, dass Ökologie und gute Arbeit kein Widerspruch seien. „Fairer Wandel verträgt keine Ausgrenzung, keine Diskriminierung“, betonte der Gewerkschafter: „Und daher sagen wir auch hier deutlich: Keinen Platz für rechte Hetzer, Rassisten und Faschisten!“

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie rief dazu auf, technischen Fortschritt und gesellschaftliche Veränderungen sozial gerecht und ökologisch zu gestalten. Dafür müssten auch „Allianzen für Menschlichkeit vor Ort“ gebildet werden. Die Zukunft dürfe nicht „den Rattenfängern und Menschenfeinden und auch nicht den furchtbaren Vereinfachern überlassen“ werden, betonte der evangelische Theologe. Für neue Fragen, wie sie Digitalisierung, Klimawandel, globale Machtverschiebungen, Migration und demografische Entwicklung mit sich brächten, müssten neue Antworten gefunden werden. Ziel müsse sein, das Land zu „fairwandeln“, damit Deutschland gerecht und lebenswert, ökologisch und demokratisch für Alte und Junge bleibe.

„Die Arbeitszeitmauer muss weg“ hieß es bei einer Jugenddemonstration am Aktionstag, bei der eine symbolische Mauer aus Pappkartons durchbrochen werden sollte. Vor der Vertretung der EU-Kommission am Brandenburger Tor stieg Qualm aus einem selbstgebastelten „Hochofen“ auf. Mit der Aktion für eine umweltfreundliche Zukunft wurde eine Anpassung der weltweiten CO2-Emissionen an europäische und deutsche Standards gefordert.

„Wir sind der Wandel, auf den wir gewartet haben“, hieß es auf einem Transparent. Mit mehreren Sonderzügen und 800 Bussen waren nach Gewerkschaftsangaben Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet nach Berlin gereist, um sich an dem Aktionstag zu beteiligen. Rund 45.000 Teilnehmer waren laut Polizei für die Kundgebung am Brandenburger Tor angekündigt. Die IG Metall sprach von mehr als 50.000 Menschen. (epd)

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