„Cum-Ex“-Aktiendeals

Fahnder schwärmen doppelt aus

Die Steuerfahnder nehmen krumme Geschäfte im Visier.

Wegen krummer Aktiendeals und Geldgeschäften sind die Fahnder am Dienstag gleich zwei Mal zu Großrazzien ausgeschwärmt. Im Skandal um „Cum-Ex“-Aktiendeals haben Staatsanwälte und Steuerfahnder am Dienstag in insgesamt zwölf Wohnungen und Geschäftsräumen in Hessen und Bayern nach Beweisen für schwere Steuerhinterziehung gesucht. Außerdem wurde eine Wohnung in den Niederlanden durchsucht, weil einer der Beschuldigten auch dort einen Wohnsitz hat. Mehr als 100 Ermittler waren beteiligt.

Die Aktion richtete sich nach Angaben der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft gegen sechs Beschuldigte im Alter von 50 bis 57 Jahren. Ihnen wird vorgeworfen, mit Aktiengeschäften rund um den Dividendenstichtag in den Jahren 2008 und 2009 als Mittäter den Staat um etwa 53,3 Millionen Euro geprellt zu haben. Dieses Geld wurde inzwischen zurückgezahlt.

In einem zweiten Fall sind die Fahnder ausgerückt, weil eine kriminelle Vereinigung am legalen Bankensystem vorbei Millionen Euro aus Deutschland in andere Länder geschickt haben soll. Die Behörden haben 27 Beschuldigte zwischen 23 und 61 Jahren im Visier. Bei einer Großrazzia in fünf Bundesländern (Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Berlin, Hessen und Baden-Württemberg) sowie den Niederlanden wurden 62 Objekte durchsucht. Bei dem transferierten Geld handele es sich um mutmaßlich illegal erworbenes Vermögen, so das Landeskriminalamt NRW. Woher es im Einzelnen stammt, wurde zunächst nicht bekannt. (dpa)

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