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Donald Trump will seine Zölle.

Reaktionen auf Zolldrohung

Extra-Steuer für Amazon und Co?

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Was mögliche US-Zölle auf Autos bedeuten würden und wie die EU antworten kann.

Strafzölle für US-Exporte deutscher Autobauer rücken näher. Aufschläge von bis zu 25 Prozent drohen. Wir erläutern, was Präsident Donald Trump damit erreichen will und wie stark es die deutschen Autobauer treffen könnte.

Wann werden die Strafzölle eingeführt?
Das ist völlig offen. Das US-Handelsministerium hat seinen Prüfbericht über die Bedrohung der nationalen Sicherheit durch Autoimporte aus der EU an Trump übergeben. Der US-Präsident hat nun theoretisch 90 Tage Zeit für eine Entscheidung.

Geht es wirklich um nationale Sicherheit?
Nein. Die Inszenierung der Angelegenheit hat deutlich gemacht, dass der Präsident die Strafzoll-Drohung als Druckinstrument in Verhandlungen mit der Europäischen Union aufbauen will. Trump versucht, an einem neuralgischen Punkt anzusetzen. Und den sieht er in einer Schlüsselindustrie der größten Volkswirtschaft der EU: Vor allem die deutschen Autobauer Daimler, Volkswagen und BMW würden unter den zusätzlichen Zöllen leiden.

Was würde das konkret für die Autobauer bedeuten?
Es wird Einbußen geben. Deren Höhe lässt sich aber schwer taxieren. Das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo erwartet, dass deutsche Autoexporte um 11,6 Milliarden Euro aufs Jahr gerechnet zurückgehen würden, dabei ist schon berücksichtigt, dass ein schwindender US-Absatz durch Mehrverkäufe in anderen Ländern zum Teil kompensiert werden können. Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer erwartet hingegen, dass der Effekt nur maximal fünf Milliarden Euro ausmachen würden. Maßgeblich wird sein, wie stark die Zölle auf die Endpreise durchschlagen und wie die Kunden auf die Verteuerung reagieren. Den Herstellern kommt zupass, dass es sich zu einem großen Teil um Premiumautos der gehobenen Preisklasse handelt. Wohlhabende Amerikaner könnten durchaus bereit sein, für eine S-Klasse von Mercedes oder einen 911er von Porsche auch 15 oder 20 Prozent mehr zu zahlen.

Wie sieht es mit SUV aus?
Zumindest bei BMW und Mercedes werden Fahrzeuge für den wichtigen SUV-Markt ohnehin in den USA gebaut. VV baut unter anderem seine Passat-Limousine ebenfalls im Land. Hinzu kommen Fabriken in Mexiko, dort fertigt auch die Konzernmarke Audi. Mexiko hat mit den USA eine neue Handelsvereinbarung getroffen. Autos von dort wären also nicht von Strafzöllen gegen die EU betroffen. Lediglich Porsche fertigt ausschließlich in Europa. Allerdings werden die US-Fabriken der drei deutschen Konzerne mit Bauteilen aus der EU beliefert, die sich dann ebenfalls verteuern würden.

Was tut die deutsche Seite, um den Streit zu deeskalieren?
Politiker appellieren. Autobauer haben mehrfach ihren guten Willen demonstriert und gezeigt, dass sie auch langfristig für Jobs in den USA sorgen wollen. So will Daimler in naher Zukunft im Werk in Tuscaloosa (Alabama) nicht nur Elektro-SUV fertigen, sondern dort auch eine Batteriefabrik errichten. VW hat erst Ende voriger Woche eine enge Kooperation mit Ford bei der Entwicklung autonomer Autos geschlossen.

Welches Verhalten ist von Trump zu erwarten?
Die Gespräche im Handelsstreit mit China haben gezeigt, dass Trump nicht nur droht, sondern auch handelt. Er nimmt dabei auch Nachteile für die eigene Seite in Kauf, sofern er davon überzeugt ist, dass die Schäden auf der Gegenseite größer sind, die US-Regierung also in einer dominierenden Position ist.

Also erst Strafzölle und dann verhandeln?
Darauf könnte es hinauslaufen. Der nächste Schritt könnte allerdings sein, dass Trump die Strafzölle gegen die Autobranche verhängt, aber ihre Umsetzung mit einem Ultimatum versieht, um maximalen Druck aufzubauen – so schon geschehen bei den Verhandlungen mit China.

Was will Trump durchsetzen?
Beobachter sehen ähnlich wie bei China vor allem zwei Felder: Trump will US-Erdgas nach Europa verkaufen. Es soll verflüssigt per Schiff transportiert werden. Seit Wochen kritisiert die US-Regierung denn auch die neue Nord Stream 2-Pipeline, die russisches Gas in die EU bringen soll. Und Trump will erreichen, dass US-Farmern Exporte in die EU erleichtert werden. Die Union schützt ihre Landwirte mit hohen Zöllen auf Agrarprodukte.

Welche Gegenstrategie ist von der EU zu erwarten?
Noch höhere Zölle für Nahrungs- und Futtermittel aus den Vereinigten Staaten wären die höchste Eskalationsstufe. Soja und Weizen, aber auch Hühnchen und Rindersteaks könnten eine wichtige Rolle spielen. Bislang gab es nur Aufschläge für einige wenige Produkte wie Whisky oder Orangensaft. Hinzu kommen Jeans und Motorräder – als Reaktion auf US-Zölle auf Stahl und Aluminium. Es kursieren aber auch Vermutungen, dass die EU Gewinne aus Dienstleistungen von Internetkonzernen – von Amazon bis Netflix – mit einer Extra-Steuer belegen könnte.

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