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Eurowings musste im ersten Halbjahr viel Geld für ausgefallene Flüge zahlen.
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Eurowings musste im ersten Halbjahr viel Geld für ausgefallene Flüge zahlen.

Airlines

Eurowings zieht Lufthansa runter

  • Frank-Thomas Wenzel
    VonFrank-Thomas Wenzel
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Der Ausbau der Billigtochter, Flugausfälle und teurer Sprit belasten die Kranich-Linie. Und in Sachen Profitabilität fliegt Eurowings den Wettbewerbern Ryanair und Easyjet noch hinterher.

Die europäischen Billigflieger werden derzeit von heftigen Turbulenzen durchgeschüttelt. Das macht sich auch bei der Lufthansa bemerkbar. Deren Gewinn aus der betrieblichen Tätigkeit schrumpfte im zweiten Quartal um gut drei Prozent auf 982 Millionen Euro. Die Low-Cost-Sparte Eurowings hat heftig zu kämpfen.

Einerseits hat das mit der Integration großer Teile des gescheiterten Rivalen Air Berlin zu tun. Andererseits spricht die Lufthansa von „externen Faktoren“, die das Geschäft beeinträchtigt hätten. Gemeint sind Flugausfälle und Verspätungen, die mit Streiks von Fluglotsen und Personal-Engpässen bei der Flugsicherung in Verbindung stünden. Das alles hat dazu geführt, dass Eurowings im ersten Halbjahr einen Verlust von knapp 200 Millionen Euro eingeflogen hat – fast dreimal so viel wie in der Vorjahreszeit.

Man nehme Belastungen bei Eurowings in Kauf, um die Marktposition weiter zu stärken, sagte Finanzchef Ulrik Svensson. Hauptkonkurrenten sind die irische Ryanair und die britische Easyjet. Eurowings will im dritten Quartal die Verschmelzung mit den Air-Berlin-Teilen abschließen, um dann im nächsten Jahr Profite einfliegen zu können.

Rückblick: Lufthansa wollte Air Berlin fast vollständig übernehmen. Das untersagte die EU-Kommission. Ein deutlich kleineres Paket mit nur 77 Maschinen und einem Großteil der Crews durfte übernommen werden. Die sogenannte Einflottung in den vergangenen Monaten war dann aber komplizierter und langwieriger als erwartet. Um trotzdem das Angebot wie geplant zu steigern, mussten Maschinen nebst Besatzungen gemietet werden.

Eurowings und die Konzernschwestern waren überdies mitten drin im Chaos im europäischen Flugverkehr. Die gesamte Gruppe brachte es in den ersten sechs Monaten auf mehr Flugausfälle und Verspätungen als im gesamten Vorjahr. Ein Faktor war, dass es an Personal bei den Sicherheitskontrollen an den Flughäfen und bei den Flugsicherungen mangelte, um den kräftig wachsenden Luftverkehr zu bewältigen.

Branchenkenner machen aber auch darauf aufmerksam, dass die Airlines bei Flugplänen vielfach zu knapp kalkuliert hätten, was Abläufe an den Airports durcheinander brachte. Die Folge bei Eurowings: „Außergewöhnlich hohe Aufwendungen für Kompensationszahlungen infolge von Verspätungen und Streichungen“, so steht es im Geschäftsbericht. Der Posten erhöhte sich im ersten Halbjahr um 45 Millionen Euro. Höhere Treibstoffkosten kamen obendrein hinzu. Sie kletterten bei Eurowings um fast ein Drittel auf 433 Millionen Euro. Im gesamten Lufthansa-Konzern wird für 2018 nun mit einer Spritrechnung von sechs Milliarden Euro gerechnet, 850 Millionen mehr als 2017. Dennoch will der Konzern einen Gesamtgewinn aus der betrieblichen Tätigkeit einfliegen, der dem Rekord des Vorjahres - knapp drei Milliarden Euro - nahe kommen soll.

Die Abteilung Billigflug soll indes in den nächsten drei bis vier Jahren schrittweise an die beiden Hauptkonkurrenten von den britischen Inseln herangeführt werden. Die Manager wollen Eurowings, was Größe sowie Zahl Fluggäste angeht, als Nummer drei stabilisieren und in punkto Profitabilität zu Ryanair und Easyjet aufschließen.

Dass der Weg dahin noch ganz schön weit ist, lässt sich an verschiedenen Kennziffern ableiten. Hauptaugenmerk soll auf der Steigerung der Effizienz liegen. Doch im ersten Halbjahr sind die Kosten pro Sitz und geflogenem Kilometer auch ohne Berücksichtigung der Spritkosten noch einmal gestiegen. Bei der Auslastung der Flieger konnte zwar im ersten Halbjahr eine Steigerung erzielt werden. Acht von zehn Sitze sind im Schnitt besetzt, wenn die Maschinen abheben. Doch bei Ryanair liegt die Auslastung bei mehr als 95 Prozent.

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