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Vorteil: USA

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Von: Joachim Wille

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US Präsident Biden unterschreibt den Inflation Reduction Act.
US Präsident Biden unterschreibt den Inflation Reduction Act. © afp/(Archivbild)

Fachleute fordern einen deutlich schnelleren Hochlauf der Wasserstofftechnologie in Europa. Das 369 Milliarden Dollar schwere Infrastrukturpaket, das die USA aufgelegt haben, sei ein „Weckruf“ für die Politik.

Deutschland und Europa geraten gegenüber den USA bei der Umstellung der Industrie auf Wasserstoff als Energieträger ins Hintertreffen. Diese Warnung hat der „Nationale Wasserstoffrat“ ausgesprochen, der die Bundesregierung in dieser zentralen industriepolitischen Frage berät. Der Hochlauf der Technologie müsse auch hierzulande deutlich beschleunigt werden, fordert das Gremium.

Thema der Stellungnahme des Rats ist der sogenannte Inflation Reduction Act, den die US-Regierung unter Präsident Joe Biden im August verabschiedet hat. Mit ihm wird eine ganze Reihe klimafreundlicher Technologien gefördert, neben der Wasserstofftechnologie etwa auch die Solarenergie und die Elektromobilität. Es handelt sich um das größte Klima- und Infrastrukturpaket, das in den USA bisher aufgelegt wurde. Sein Umfang beträgt 369 Milliarden Dollar, umgerechnet rund 348 Milliarden Euro.

Wasserstoffrat: „deutlicher Vorteil gegenüber Europa“

Laut Wasserstoffrat werden sich die USA im Bereich Wasserstoffwirtschaft mit dem Konzept von Steuererleichterungen und beschleunigten, technologieoffenen Genehmigungsverfahren „einen deutlichen Vorteil gegenüber Europa verschaffen“. Die dortigen Unternehmen profitierten von verlässlichen Rahmenbedingungen und hätten so einen Startvorteil bei den anstehenden Investitionsentscheidungen.

Deutschland drohten dadurch „Nachteile beim Aufbau der Wasserstoffwirtschaft, eine spätere Verfügbarkeit von importiertem Wasserstoff und damit ein zeitlich verzögerter Hochlauf von Wasserstoff in Deutschland und Europa aufgrund von absehbaren Engpässen in den Wertschöpfungs- und Lieferketten“.

Der Rat, dem 26 Expert:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft angehören, bezeichnet den Biden-Act als „Weckruf für die deutsche und europäische Politik, um schnellstmöglich ein auf EU-Ebene abgestimmtes Gesamtkonzept aufzulegen“. Dies solle regulatorische Hürden beseitigen, den bestehenden Förderrahmen deutlich vereinfachen und Genehmigungsverfahren beschleunigen. Gebündelt werden solle das Ganze in einer „Energie-Union Plus“.

„Nationale Wasserstoffstrategie“ der Bundesregierung nicht ausreichend

Die Bundesregierung hat ihre „nationale Wasserstoffstrategie“ vor zwei Jahren verabschiedet. Eine Umfrage unter Manager:innen zeigt aber, dass sie den Fortschritt hier als zu gering ansehen, obwohl Wasserstoff für die Abkehr von der Erdgas-Nutzung essenziell sei. Über 82 Prozent der Befragten fordern, dass die Regierung den Aufbau dieser Technologie im Hinblick auf den Russland-Ukraine-Krieg stärker vorantreibt. Das ist ein Ergebnis des „nationalen Wasserstoffmonitors“, der vom Regionalverband Ruhr, dem Energiekonzern EWE und dem Stahlkonzern Thyssenkrupp herausgegeben wird. Als größte Schwierigkeit für einen schnellen „Markthochlauf“ sehen die Manager:innen die hohen technischen Anforderungen der Wasserstoff-Technologie sowie eine fehlende politische Unterstützung und mangelnde Anreize.

Die Befragten sprachen sich weiter mehrheitlich dafür aus, das knappe Gut Wasserstoff vorrangig in der Industrie einzusetzen. Rund 63 Prozent sind dafür. Für eine Nutzung im Wärmesektor sprachen sich 27 Prozent aus, für Wasserstoff als Auto-Treibstoff 17 Prozent.

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