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Euro unter Druck: Wert fällt auf einen Dollar – Erdöl und Gas werden noch teurer

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Von: Moritz Serif

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Die Sorgen vor der Gaskrise wirkt sich auf den Euro-Wert aus. Der Kurs ist auf einem 20-jährigen Tiefstand angekommen. Doch es kann auch Gewinner geben.

London – Der Euro ist zum ersten Mal seit 20 Jahren auf den Wert von einem Dollar gefallen. Vor allem die Sorge vor einer dauerhaften Unterbrechung der Gaslieferungen aus Russland nach Europa und eine Rezession sind der Grund für die Parität. Die Sorge um die europäische Energieversorgung vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs stehe im Zentrum der Unruhe in Europa, erklärte am Dienstag Analyst Jeffrey Halley von Oanda.

Mittlerweile haben die Wartungsarbeiten an der Gaspipeline Nord Stream 1, die rund zehn Tage andauern werden, begonnen. Schlüsselfrage sei, ob das Gas am 21. Juli wieder fließt. „Die Märkte scheinen sich bereits entschieden zu haben“, sagte Oanda. Für die Inflation und private Haushalte ist der fallende Eurokurs keine gute Nachricht:

Euro-Wert fällt: Erdöl und Gas werden noch teurer

Knapp die Hälfte aller in die Eurozone importierten Produkte werden laut der europäischen Statistikbehörde Eurostat in Dollar gehandelt. Das gilt auch für viele Vorprodukte sowohl für Erdöl und Gas. Europäische Kunden müssen diese Produkte auf dem internationalen Markt zu teureren Preisen aufkaufen.

Für Firmen hängen die Auswirkungen davon ab, in welchem Maße sie ihre Produkte aus der Eurozone exportieren oder Vorprodukte importieren müssen. Firmen, die ihre Produkte außerhalb des Euroraums verkaufen, können von der Entwicklung profitieren: Ihre Preise werden im internationalen Vergleich konkurrenzfähiger.

Der Wert des Euros ist deutlich eingebrochen.
Der Wert des Euros ist deutlich eingebrochen. © Oliver Berg/dpa/picture alliance

Der Wert des Euros fällt - doch es kann auch Gewinner geben

Gewinner könnten somit das produzierende Gewerbe, die Auto- und Chemieindustrie sowie die Hersteller von Luxusgütern sein. Unternehmen, die Produkte für den heimischen Markt herstellen und gleichzeitig von Vorprodukten, wie beispielsweise Energieimporten, abhängig sind, müssen hingegen mit explodierenden Kosten rechnen.

Gewinner könnten somit das produzierende Gewerbe, die Auto- und Chemieindustrie sowie die Hersteller von Luxusgütern sein. Unternehmen, die Produkte für den heimischen Markt herstellen und gleichzeitig von Vorprodukten, wie beispielsweise Energieimporten, abhängig sind, müssen hingegen mit explodierenden Kosten rechnen.

Eurokurs könnte auch auf den Wert der EZB Einfluss haben

Auch auf den Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB) könnte der fallende Eurokurs Auswirkungen haben. Im Gegensatz zur US-Zentralbank Federal Reserve, die bereits seit 2021 signalisierte, die Leitzinsen deutlich erhöhen zu wollen, hielt die EZB lange an ihrem lockeren geldpolitischen Kurs fest.

Sie plant nun, die Leitzinsen bei ihrem nächsten Treffen am 21. Juli um 0,25 Prozentpunkte anzuheben - der Eurokurs könnte sie zu einer rascheren Zinsanhebung als geplant zwingen. (mse/dpa)

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