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Reparaturen an der Strecke zwischen Essen und Duisburg.  

Bahnfahren

77 Euro pro Kopf

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Deutschland investiert mehr Geld in den Schienenverkehr, im europäischen Vergleich ist das Land dennoch auf dem drittletzten Platz.

Die Investitionen in den deutschen Schienenverkehr wachsen, doch im europäischen Vergleich steht die Bundesrepublik schlecht da. Pro Kopf seien im vergangenen Jahr 77 Euro in die Schieneninfrastruktur investiert worden, wie das Verkehrsbündnis „Allianz pro Schiene“ mitteilte. Seit 2014 seien die Investitionen jedes Jahr gestiegen – damals flossen 49 Euro pro Kopf in die Schiene.

„Wir erkennen das Bemühen der Bundesregierung und gerade des Bundesverkehrsministers an, die Schiene zu stärken. Mit Klein-Klein aber ist es nicht getan“, sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege. „Zwar gehen die Pro-Kopf-Investitionen seit 2014 schrittweise nach oben. Doch mit diesem Tempo kann die Bundesrepublik gerade einmal die größten Schwachstellen ausbessern, aber nicht die Verkehrswende gestalten.“

Im europaweiten Vergleich liegt Deutschland trotz der gestiegenen Investitionen auf dem drittletzten Platz. Hinter der Bundesrepublik sind nur noch Frankreich mit 40 Euro pro Kopf und Spanien mit 29 Euro pro Kopf. An der Spitze liegen die Schweiz mit 365 Euro pro Kopf und Österreich mit 218 Euro pro Kopf. Beide Länder investieren damit mehr Geld in die Schienen- als in die Straßen-Infrastruktur. Allerdings treiben in den Alpenländern unter anderem Tunnelbauten die Baukosten in die Höhe.

Die Deutsche Bahn kämpft mit einem Investitionsrückstau. Es fehlt nicht nur an Infrastruktur, sondern auch an Zügen und Personal. Vor allem das veraltete Schienennetz belastet den Konzern, der 2018 trotz Fahrgastrekords im Fernverkehr einen Gewinneinbruch verbuchen musste. „Die Diskussion um mangelnde Qualität im Bahnverkehr ist schlicht und ergreifend ein Infrastrukturproblem“, sagt Maria Leenen, Geschäftsführerin Unternehmensberatung SCI Verkehr, die mit der Allianz pro Schiene den Investitionsvergleich zwischen europäischen Ländern erstellt. „Die Schiene bietet die ökologisch und ökonomisch effizienteste E-Mobilität. Die Menschen haben das verstanden – sie wollen mehr die Schiene nutzen, werden aber ausgebremst.“

Bundesregierung und Deutsche Bahn arbeiten an Verbesserungen beim Schienenverkehr: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) formulierte das Ziel, die Zahl der Fahrgäste bei der Bahn bis 2030 verdoppeln zu wollen. Flege hält das für wenig realistisch: „Wenn man die Wünsche der Regierung, wie etwa eine digitale Schiene, mit einrechnet, müssten 150 Euro pro Kopf investiert werden.“ Eine Verdoppelung der Fahrgastzahlen sei nur zu erreichen, wenn die Investitionen weiter steigen.

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