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Frankreichs Finanzministerin Christine Lagarde in Davos.
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Frankreichs Finanzministerin Christine Lagarde in Davos.

Weltwirtschaftsforum geht zu Ende

Euro-Hype in Davos

Der Euro ist der Sieger der Davos-Woche: Fünf Tage lang wurde die Gemeinschaftswährung beim Weltwirtschaftsforum als unverzichtbar bezeichnet.

achdem bereits Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sich zum Festhalten am Euro verpflichtet hatten, legten am Wochenende Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und seine französische Amtskollegin Christine Lagarde ihre Hand für ihn ins Feuer.

Das Forum ging am Sonntag zu Ende. Nach Dutzenden von Diskussionen unter den rund 2500 Teilnehmern aus Wirtschaft und Politik sind viele Fragen offen geblieben. Denn Probleme gibt es viele: Die Schuldenberge seien nicht abgebaut, die Instrumente zur Bändigung von Krisen fehlten, die Rohstoff- und Energieverteuerung sei nicht gestoppt und die Umwelt leide weiter.

Die Erstarkung der Schwellenländer wie etwa China und Indien war in Davos unübersehbar. Doch ihr unkontrollierter Boom brachte auch viele Mahner auf den Plan: Gefährliche «Blasen» drohten.

Ende der Eurozone vom Tisch

In Sachen Euro habe sich dagegen in Davos nun ein gewisser Wandel zum Positiven abgezeichnet, hieß es unter Teilnehmern. Auch Banker wie Robert Diamond, Chef der britischen Bank Barclays, sehen das so. Niemand diskutiere mehr ein Ende des Euro oder das Zerbrechen der Eurozone.

Auch Schäuble erwartet keine weiteren Schocks für den Euro in der nächsten Zeit. «Der Euro wird stabil sein. Wir sind bereit und können die Stabilität des Euro verteidigen», sagte Schäuble am Samstag in Davos. «Das ist schwierig, und wir haben viel zu diskutieren», fügte er hinzu. 

Lagarde wies Vermutungen zurück, die schlechte Lage um den Euro habe sich von «akut in chronisch» gewandelt: «Wir haben die Wende geschafft», hielt sie mit dem Hinweis dagegen, dass der europäische Rettungsfonds EFSF bereits erfolgreich am Kapitalmarkt aufgenommen worden sei. Das Vertrauen in die Währungsunion sei zurückgekehrt.

Im Gegensatz zur amerikanischen Regierung steht für Schäuble außer Zweifel, dass der rasche und entschlossene Abbau der Staatsschulden die Vorbedingung für Wachstum war und ist. Auch Merkel hatte in Davos davon gesprochen, dass es keine Euro-Krise, sondern eine Schuldenkrise gebe.

Auch Großbritannien will, dass Euro-Zone stabil bleibt

Die Bundeskanzlerin forderte am Samstag erneut einschneidende Sozialreformen in vielen EU-Ländern zur Bewältigung der Währungskrise. «Solidarität darf es nicht zum Nulltarif geben», sagte die Kanzlerin am Samstag beim Landesparteitag der Südwest-CDU in Donaueschingen. «Europa muss wettbewerbsfähiger werden.» Auch müssten manche Euro-Länder dringend daran arbeiten, ihre Schulden in den Griff zu bekommen. «Es kann nicht sein, dass die einen investieren und die anderen konsumieren», mahnte Merkel.

Nach Ansicht des britischen Finanzministers George Osborne hat Großbritannien «ein riesiges Interesse daran, dass die Eurozone gut arbeitet». Deswegen müssten die Stabilitätsmechanismen ausgebaut werden. «Insgesamt müssen wir mehr für die Wettbewerbsfähigkeit Europas tun», fügte er hinzu. «Der gemeinsame Markt muss endlich verwirklicht werden.» Für das britische harte Programm zum Schuldenabbau gebe es keine Alternative, sagte Osborne.

Freier Handel als Medizin für die Krise

Ein noch freierer Welthandel könnte nach Ansicht Merkels der Schlüssel zur Gesundung der noch unter der Krise leidenden Volkswirtschaften oder zum allgemeinen Weltwachstum sein. Am Rande des Wirtschaftsforums wurde deshalb von 24 Ländern beschlossen, die seit zehn Jahren laufende sogenannte Doha-Runde der Welthandelsorganisation WTO bald erfolgreich zu beenden.

An der «kleinen WTO-Runde» in Davos hatten auch Minister aus Brasilien, China, Indien, EU, Japan und den USA teilgenommen. Bisher war eine Einigung am Widerstand von Schwellenländern gegen tiefere Zölle auf Industrieprodukten gescheitert, weil Industriestaaten umgekehrt ihre Landwirtschaft nicht genügend liberalisieren wollten. Hier sei aber jetzt ein Wandel spürbar, hieß es von Teilnehmern. (dpa)

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