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Für schnellere Grenzkontrollen: EU plant einschneidende Änderung zu Reisedokumenten 

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Die EU will das Reisen noch einfacher machen - und setzt auf weitere Digitalisierung.

Brüssel – Es ist gar nicht so lange her, da wurde der grüne deutsche Personalausweis auf Kreditkartenformat geschrumpft. Dreizehn Jahre später könnte die nächste, einschneidende Änderung ins Haus stehen: Die EU arbeitet gerade an einem neuen Gesetz, das alle Reisedokumente digitalisieren soll. Bis Herbst 2023 soll dafür ein Gesetz erarbeitet werden. Gerade läuft dazu eine Umfrage, bei der die Meinung der EU-Bürgerinnen und -Bürger zum Vorhaben gefragt ist.

Digitaler Reisepass: Was ist geplant?

Die neuen Pläne sind Teil einer Strategie der EU, den Schengen-Raum reisefreundlicher zu machen. Der EU-Kommission zufolge reisen täglich mehr als 3,5 Millionen Menschen über die Binnengrenzen der EU. Das Reisen wird mit dem Ende der Corona-Pandemie wieder attraktiver, sodass die Reiseströme weiter ansteigen dürften. Um internationale Grenzkontrollen effizienter und schneller zu gestalten, soll nach dem Willen der EU in Zukunft alles kontaktlos klappen. Und auch die Ausstellung von Reisedokumenten soll online möglich sein – lästige Behördengänge wären dann vorbei.

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Werden Reisepass und Personalausweis bald auf dem Handy abrufbar sein? © Zoonar.com/Imago

Im Raum stehen aktuell sechs Optionen, zu denen EU-Bürgerinnen und -Bürger bis zum 28. Juni 2023 ihre Meinung abgeben dürfen. Im Wesentlichen geht es bei den unterschiedlichen Optionen darum, ob die Digitalisierung verpflichtend sein soll und ob die Mitgliedsstaaten digitale Grenzkontrollen ermöglichen müssen oder nicht. Dabei steht auch die Frage im Raum, ob die EU die Einführung eines aktuell noch in Arbeit befindlichen internationalen Standards für digitale Reisedokumente abwarten soll. Heißt: Die Digitalisierung der Pässe wird so oder so irgendwann kommen.

Digitale Grenzkontrollen: Wie soll das gehen?

Doch offen ist, wie genau das Reisen mit digitalen Dokumenten aussehen wird. Die EU schlägt vor, dass Reisende schon vor ihrer Reise eine digitale Grenzkontrolle passieren, die dann bei der eigentlichen Einreise anhand von Gesichtserkennung überprüft wird. Dadurch soll es für die Reisenden selbst so wirken, als ob sie quasi ohne Grenzkontrolle die EU-Grenzen passieren. Die EU versichert, dass die digitalen Reisedokumente nur dann eingeführt werden, wenn die Sicherheit gewährleistet werden kann.

Wer seine Meinung zum EU-Vorhaben abgeben will, kann das hier tun.

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