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Etwas Hoffnung für Lützerath

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Von: Barbara Schnell

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Der Bauernhof Landwirt Eckart Heukamp in Lützerath.
Der Bauernhof Landwirt Eckart Heukamp in Lützerath. © dpa

Der vom Tagebau Garzweiler bedrohte Ort soll erhalten bleiben, fordern Umweltorganisationen.

Der Bundestag hat der nordrhein-westfälischen Regierung aus Sicht von Umweltschützer:innen einen „klaren Auftrag“ erteilt, Lützerath im rheinischen Braunkohlerevier zu erhalten. Die schwarz-grüne Landesregierung habe nun „sicherzustellen, dass RWE jetzt keine vorschnellen Fakten schafft und Lützerath im September vollständig zerstört“, forderte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am Freitag in Düsseldorf.

Der Weiler Lützerath am Braunkohle-Tagebau Garzweiler umfasst zwar nur wenige Hektar, doch der Ort birgt Zündstoff: Für Umweltaktivist:innen entscheidet sich dort, ob Deutschland die Pariser Klimaziele einhalten kann. Würde der Ort abgebaggert, sei dies unmöglich, so die Argumentation.

Am Donnerstag hatte der Bundestag gemeinsam mit einem Gesetz zur Bereithaltung von Ersatzkraftwerken in der Energie-Krise auch einen Antrag der Ampel-Koalitionsfraktionen angenommen, in dem es unter anderem um das vom Abbaggern bedrohte Dorf geht. Der Beschluss unterstreicht die Verantwortung, „einen 1,5 Grad kompatiblen Kohleausstieg Deutschlands bis 2030 umzusetzen“.

Sollte es wegen der Ersatzkraftwerke zu einer schlechteren Klima-Bilanz kommen, sei das an anderer Stelle aufzufangen. „Der Deutsche Bundestag befürwortet zudem den Erhalt des Dorfes Lützerath am Tagebau Garzweiler und den Verzicht auf die Nutzung der Braunkohle unter dem Dorf“, heißt es darin.

Tagebau Garzweiler: Bagger am Dorfrand von Lützerath

Der letzter Landwirt Lützeraths hatte im April sein Gut zum 1. September an den Tagebaubetreiber RWE verkauft. Seitdem erwarten die Gegner:innen des Tagebaus die Zerstörung des Ortes im September. Zuletzt waren die Schaufelradbagger bis an die Ortsgrenze gerückt.

Verhindern könnte die Zerstörung nur die nordrhein-westfälische Landesregierung in Düsseldorf. Konkret nach der Zukunft Lützeraths befragt, sagte die neue NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) Anfang der Woche in einem WDR-Interview allerdings nur, dort werde „das Notwendige“ getan.

Der Bundestag bekenne sich erstmalig zum Erhalt Lützeraths, teilte hingegen Neubaurs Parteifreundin, die grüne Bundestagsabgeordnete Kathrin Henneberger, mit. Für die Anwohnerin Alexandra Brüne habe es NRW-Wirtschaftsministerin Neubaur „jetzt in der Hand, ob sie unsere Landesmutter sein will – oder unser Tarek al-Wazir, der im Dannenröder Wald so viel Vertrauen verspielt hat.“ mit dpa

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