Übernahme Energieversorger

Essent-Kauf wackelt

In den Niederlanden wächst der Widerstand gegen die milliardenschwere Übernahme des führenden nationalen Energieversorgers Essent durch den Essener Konzern RWE.

In den Niederlanden wächst der Widerstand gegen die milliardenschwere Übernahme des führenden nationalen Energieversorgers Essent durch den Essener Konzern RWE. Überraschend sprach sich am Donnerstag auch die größte Arbeitgeberorganisation des Landes VNO-NCW dagegen aus, dass Essent sowie der zweitgrößte Energieversorger Nuon an ausländische Konzerne verkauft werden.

Die Energieversorgung des Königreichs sei zu wichtig, um die Entscheidung darüber Provinzen und Gemeinden zu überlassen, heißt es in einem Brief von VNO-NCW an den christdemokratischen Ministerpräsidenten Jan-Peter Balkenende. Verschiedene Provinzen und Gemeinden sind Anteilseigner und damit Besitzer der beiden in öffentlicher Hand befindlichen Energiekonzerne.

Während die Übernahme von Nuon für 8,5 Milliarden Euro durch den schwedischen Energiekonzern Vattenfall bislang als gesichert galt, hängt der Verkauf von Essent an RWE für 9,3 Milliarden Euro an der Zustimmung von Nordbrabant. Die Provinz ist mit 30,8 Prozent größter Anteilseigner von Essent und hat nach einem Negativ-Votum seines Parlaments die Zustimmung zum Verkauf an die Essener auf Eis gelegt. Kritiker hatten bemängelt, dass RWE nicht umweltfreundlich genug produziere. Am Dienstag hatte RWE dann schriftliche Zusagen für die Erzeugung von mehr grünem Strom bei Essent gemacht.

Wirtschaftsministerin Maria van der Hoeven von der Partei Christdemokratische Allianz (CDA) erklärte, die Entscheidung über den Verkauf liege bei den Anteilseignern. Allerdings müsse gewährleistet sein, dass die Verteilernetze in öffentlicher Hand bleiben. Im Plan für die Übernahme von Essent ist das entsprechend berücksichtigt.

Der Energieversorger RWE, der am Donnerstag in Essen erstaunlich gute Quartalsergebnisse vorgelegt hat und deshalb den Verbrauchern günstigere Gaspreise in Aussicht stellt, sieht sich weiter bei Essent auf Kurs. Bislang hätten Provinzen und Gemeinden Anteile im Umfang von gut 56 Prozent angeboten. Das sei für RWE das wichtigste, sagte Finanzvorstand Rolf Pohlig. "Damit sind wir der Übernahme einen wesentlichen Schritt nähergekommen." Er sei zuversichtlich, dass der Kauf im Herbst zustande komme. "Essent und RWE passen ideal zusammen", betonte Pohlig. dpa/jes

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