Soziale Kompetenz

Erziehung ändern

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Wer wirklich Menschlichkeit möchte und sie nicht nur als nettes und nützliches in die Zeit passendes Accessoire betrachtet, muss damit schon in der Erziehung anfangen. Der Fehler liegt im System des Denkens.

Grundlegende Verhaltens- und Denkweisen wie „Menschlichkeit“ sind gesellschaftlich verankert und werden durch das gesellschaftliche System jeden Tag aufs Neue bestätigt. Kaum einem fällt auf, dass solche grundlegenden Verhaltensweisen nicht wie ein Hebel zu Weihnachten umgelegt werden können.

Man muss das Wort „Menschlichkeit“ hierzu nicht konkret definieren und dann subsummieren, wie und ob der Scheck eingelöst wird. Es genügt schon ein verschwommener Blick auf die klaffende Lücke zwischen Geschwafel und Realität, um zu erkennen wie breit die Schere ist, an deren Enden Menschenwürde und Unwürde stehen.

Beispiele hierfür knallen täglich ins Gebet der lamentierenden Priester, etwa wenn man auf Unternehmenswerte in Bezug auf soziale Verantwortung und den „Menschen im Unternehmen“ schaut. Die Naivität, die Farce dieses Theaters schlägt weite Kapriolen. Das Thema „Menschlichkeit“ erschließt sich nun mal nicht durch die Proklamation in einer Hochglanzbroschüre oder in einem Acht-Tage-Seminar.

Solange es in den Schulen und in den Universitäten nur um „Leistung“ geht und die Bildung sozialer Kompetenz, Empathie und all dessen, was einen friedlichen Menschen nun einmal ausmacht, überhaupt nicht erwähnt wird, braucht man diese große Aufgabe nicht mehr bei 50-Jährigen anzupacken. Es ist sinnlos, denen die „Leviten“ zu lesen oder sie zu „entwickeln“, wie wir ja in unseren „Eliten“ sehen – denen nicht selten sämtliche soziale Kompetenz fehlt. Gemeint sind damit die vielen Betrüger in den Chefetagen und die Demagogen in der Politik als Spitze des Eisbergs der Kultur unserer Gesellschaft.

Conclusio: Wer wirklich „Menschlichkeit“ möchte und sie nicht nur als nettes und nützliches in die Zeit passendes Accessoire betrachtet, muss damit schon in der Erziehung anfangen. Der Fehler liegt im System des Denkens.

Die Geschichte lehrt, dass Rom nicht daran untergegangen ist, dass die Menschen damals nicht wussten, was zu tun sei oder keine Mittel dafür hatten. Das dortige Denksystem war schlichtweg verdorben. Aus diesem System geborene Psychopathen wie der Kaiser Nero, der Rom anzündete, haben viele Kinder. Sie leben noch heute, sie tragen den Titel „Kaiser“ oder „Präsident“ oder was auch immer ….

Der Autor war mehr als 25 Jahre lang Berater und Coach im internationalen Management.

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