Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Die Deutsche Post will ihren Aktionären trotz hoher Verluste für 2008 eine Dividende in Höhe von 60 Cent zahlen.
+
Die Deutsche Post will ihren Aktionären trotz hoher Verluste für 2008 eine Dividende in Höhe von 60 Cent zahlen.

Deutsche Post

Erster Verlust seit Privatisierung

Die Deutsche Post hat im Geschäftsjahr 2008 einen Netto-Verlust von 1,69 Milliarden Euro gemacht. Trotzdem sollen Aktionäre eine Dividende erhalten.

Bonn. Erstmals in ihrer jüngeren Geschichte hat die Deutsche Post im Jahr 2008 mit einem Minus von 1,69 Milliarden Euro rote Zahlen geschrieben. Das teilte die Deutsche Post am Mittwochabend in Bonn zur Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahres mit.

Der hohe Verlust kam vor allem durch das seit Jahren defizitäre US-Geschäft und den Fehlbetrag bei der Tochter Postbank zustande. Dennoch sollen die Aktionäre eine Dividende erhalten. Sie soll mit 60 Cent je Aktie allerdings niedriger ausfallen als für das Jahr 2007, als die Post noch einen Gewinn von 1,38 Milliarden Euro ausgewiesen hatte und eine Dividende von 90 Cent ausschüttete.

Der Post-Vorstand erhält neben seinem Grundgehalt für 2008 keine zusätzlichen Bonuszahlungen. Der Aufsichtsrat habe hier dem Wunsch des Vorstands entsprochen, sagte Post-Sprecherin Silje Skogstad.

Eine konkrete Prognose für 2009 wagte der global tätige Logistik- Konzern nicht. Nach einem deutlichen Nachfragerückgang bereits im vierten Quartal 2008 sei mit einem anhaltend schwierigen konjunkturellen Umfeld zu rechnen. "Wir gehen davon aus, dass das Jahr 2009 für die gesamte Logistikbranche ein sehr hartes Jahr werden wird", sagte Post-Chef Frank Appel.

Mit Sparmaßnahmen und einer neuen "Strategie 2015" will Appel nach vorne blicken und sein Haus neu ausrichten. Einzelheiten sollen im März bekanntgegeben werden. Bis Ende 2010 soll mindestens eine Milliarde Euro eingespart werden.

Auf Grund einiger bereits im Januar veröffentlichten Eckdaten zur Bilanz 2008 war bereits ein deutlicher Nettoverlust erwartet worden. Nach der Privatisierung vor gut zehn Jahren - die Post wurde 1995 zur AG - und vor allem seit dem Börsengang im Jahr 2000 war die frühere Bundespost nur noch Gewinne gewohnt. Nach Millionenverlusten in den USA war der Nettogewinn bereits 2007 um fast 30 Prozent eingebrochen.

Der Express-Chef der Post, John Mullen (53), scheidet überraschend aus. Mullen war seit 1994 im Konzern tätig. Der Aufsichtsrat berief nach Angaben des Unternehmens den 53-jährigen Briten Ken Allen zum Nachfolger. In der Express-Sparte, dem Geschäft mit eiligen Sendungen, hatte die Post in den vergangenen Jahren mit roten Zahlen zu kämpfen. In den USA häuften sich mehrere Milliarden Euro Fehlbetrag an. Allen war zuletzt bereits für die Sanierung in den USA zuständig.

Der Jahresverlust ist vor allem auf die roten Zahlen im US-Expressgeschäft zurückzuführen und dessen notwendige Sanierung. Appel zog vor einigen Monaten die Reißleine und verabschiedete sich mit der Tochter DHL aus der inneramerikanischen Zustellung. Auch die Tochter Postbank, deren Verkauf an die Deutsche Bank eingeleitet wurde, schrieb wegen der Finanzkrise erstmals seit einem Jahrzehnt rote Zahlen.

Im operativen Geschäft vor Zinsen und Steuern (EBIT) ohne Einmaleffekte erzielte die Post 2,41 Milliarden Euro Gewinn. Sie erreichte damit die von ihr selbst bereits nach unten korrigierten Ziele. Unter Berücksichtigung von Sonderabschreibungen verzeichnete der Konzern einen EBIT-Verlust in Höhe von 567 Millionen Euro. 2007 hatte das EBIT bei 2,1 Milliarden Euro gelegen.

Im vierten Quartal sank der um Einmalbelastungen bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 1,044 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 765 Millionen Euro. Unterm Strich schlugen nach plus 253 Millionen Euro ein Jahr zuvor nun minus 3,16 Milliarden Euro zu Buche. Der Umsatz schrumpfte zwischen Oktober und Ende Dezember von 14,5 Milliarden Euro vor einem Jahr auf 14,02 Milliarden Euro. (dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare