Unternehmen

Erfolgreich führen

  • schließen

Es geht nicht allein darum, mit Bilanzen zu brillieren oder Wahlen zu gewinnen. Für die Herausforderungen der Zukunft benötigen wir mehr als eine gute Performance oder marktschreierische Parolen.

Vor einigen Tagen sah sich die neue CDU-Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer in einer TV-Talksendung den witzig gemeinten „Alphatier“-Sprüchen männlicher Politkollegen ausgesetzt und kritisierte zu Recht die Respektlosigkeit und Geringschätzung dahinter. Saloppe Sprüche, provozierende Fragen oder aufmerksamkeitsstarke Unterstellungen, nicht nur im Umgang mit weiblichen Führungspersönlichkeiten, sind längst salonfähig geworden. Garantiert es doch dem Sender solcher Botschaften weitreichende Wahrnehmung und mitunter heimliche Bewunderung von weniger wortgewandten Gleichgesinnten.

Doch bringt es ihn weiter in der Zusammenarbeit mit seinem Gegenüber? Hilft es ihm, Akzeptanz und Verständnis beim anderen zu generieren oder gar Einigungen zu erzielen? Wohl kaum. Denn ein gedeihliches Miteinander beginnt mit einem respektvollen Umgang – das gilt für Politik wie für Wirtschaft. Das wissen Diplomaten nur allzu gut. Deshalb pflegen sie einen aufmerksamen, respektvollen und mitfühlenden Umgang mit anderen. Eine innere Haltung, die sich in äußeren Gesten und Sprache widerspiegelt. Arroganz und Überheblichkeit sind auf dem diplomatischen Parkett ebenso fehl am Platz wie Geringschätzung oder Herabsetzung. Für ein Miteinander auf Augenhöhe ist in Politik und Wirtschaft noch Luft nach oben.

Mitarbeiter wollen wahrgenommen und wertgeschätzt werden. In einer Zeit des rasanten Wandels und Werteverlusts spielt die menschliche Komponente im wirtschaftlichen Miteinander eine Schlüsselrolle. Die vielbeschworenen soft skills sind heute wichtiger denn je für alle, die andere erfolgreich führen und motivieren wollen. Dazu zählen neben dem unverzichtbaren Respekt auch Empathie, Wertschätzung und Anteilnahme.

Es geht nicht allein darum, mit Bilanzen zu brillieren oder Wahlen zu gewinnen. Für die Herausforderungen der Zukunft benötigen wir mehr als eine gute Performance oder marktschreierische Parolen. Wir brauchen ein Miteinander, das vom Gespür für den anderen geprägt ist, nicht von der eigenen Profilneurose. Wir sollten uns mit Respekt begegnen, nicht mit Ressentiments. Diplomatie ist die Kunst des sanften Siegens. Wer sie beherrscht, entkräftet Vorurteile, bringt gegnerische Lager einander näher und ebnet den Weg erfolgreicher Zusammenarbeit. Auf ein diplomatisches 2019!

Die Autorin ist Keynote Speaker, Kommunikationsberaterin und -Coach.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare