Allianz-Chef Oliver Bäte bei der Bilanzvorlage in München. dpa
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Allianz-Chef Oliver Bäte bei der Bilanzvorlage in München. 

Allianz

Erfolg mit Lebenspolicen

  • Thomas Magenheim-Hörmann
    vonThomas Magenheim-Hörmann
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Die Allianz schafft ihr fünftes Rekordjahr in Folge und plant 2020 ein sechstes. Dazu werden auch zwei Managementebenen gestrichen.

Die Firmenphilosophie von Allianz-Chef Oliver Bäte dürften Versicherungskunden gerne hören. „Nur hohe Kundenzufriedenheit schützt uns, nicht in komplizierten Policen versteckte Marge“, bekennt der Boss des Assekuranzriesen zur Bilanzvorlage in München. Sein Haus will Versicherungsverträge verständlich gestalten und Komplexität reduzieren, heißt das. Letzteres gilt auch für die Organisation. Zwölf Managementebenen habe die Allianz vor fünf Jahren bei seinem Amtsantritt noch gehabt, sagt Bäte. Sieben bis acht Ebenen seien es heute, fünf bis sechs würden es in naher Zukunft sein. Wie viele Manager um ihren Job fürchten müssen, ist noch geheim. So etwas bespreche man zuerst intern, sagt der Allianz-Boss.

Er legt aber Wert auf die Feststellung, dass es keine „Indianer“ – also tariflich bezahltes Personal – treffen werde. 2019 ist die Zahl der Beschäftigten weltweit mit rund 147 000 Allianzlern ungefähr konstant geblieben. In Deutschland wurden gut 300 auf über 38 000 Stellen aufgebaut. Das sei angesichts der zunehmenden Digitalisierung des Geschäfts mit Vertragsabwicklung und Schadensregulierung per Smartphone und Internet eine Leistung, findet Bäte. Aber das funktioniere nur, wenn gleichzeitig die Geschäfte wachsen. Das hat die Allianz 2019 eindrucksvoll geschafft.

Die Beitragseinnahmen haben über alle Versicherungssparten um knapp acht Prozent und damit doppelt so stark wie das Weltwirtschaftswachstum auf den neuen und damit fünften Rekordwert in Folge von über 142 Milliarden Euro zugelegt. Um gut sechs Prozent ist der Jahresüberschuss auf 7,9 Milliarden Euro gewachsen. Bei den operativen Gewinnen vor Steuern und Zinsen hat die Allianz mit 11,9 Milliarden Euro die Erwartungen von Börsianern übertroffen. Das gilt auch für die um 60 Cent auf 9,60 Euro erhöhte Dividende.

Treiber des Erfolgs ist vor allem das im Gegensatz zur Konkurrenz boomende Geschäft mit Lebenspolicen. Das gilt vor allem auch hierzulande für die Stuttgarter Tochter Allianz Leben. Sie profitiert von neuartigen und garantiereduzierten Policen, die die Allianz vor einigen Jahren als Erster eingeführt hat. De facto rentieren diese höher als traditionelle Policen, weshalb mittlerweile jede zweite bis dritte in Deutschland neu abgeschlossene Lebensversicherung auf die Allianz entfällt.

Das macht sich auch unter dem Strich bezahlt. Um eine halbe Milliarde auf 4,7 Milliarden Euro sind die operativen Gewinne in der Allianz-Säule Lebens- und Krankenversicherung 2019 gestiegen. Im Aufwind ist auch die Vermögensverwaltung, die mit für Dritte verwalteten Geldern von 1,7 Billionen Euro einen neuen Rekordwert erreicht hat und mittlerweile die größte ihrer Art weltweit ist.

Einziges Sorgenkind des Konzerns ist der in der Sparte Schaden- und Unfallversicherung angesiedelte Industrieversicherer AGCS, für den 2019 rund 600 Millionen Euro zurückgestellt werden mussten. Entsprechend sind die operativen Gewinne des gesamten Bereichs um zwölf Prozent auf fünf Milliarden gesunken.

Auf dem richtigen Weg wähnt sich die Allianz indessen in ihrer Anlagepolitik. In die Kohleindustrie investiert der Konzern als Großanleger schon länger nicht mehr. Er hat sich auch geweigert, jene große Kohlemine in Australien zu versichern, die wegen eines Signaltechnikgeschäfts bei Siemens für einigen Reputationsschaden sorgt. Zudem hat sich die Allianz verpflichtet, bis 2050 ihre Gelder nur noch klimaneutral anzulegen.

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