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Der steigende Gaspreis belastet europaweit die Haushalte.
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Der steigende Gaspreis belastet europaweit die Haushalte.

„Toolbox der EU“

Erdgaspreis um 440 Prozent gestiegen - EU will handeln

Steigende Energiekosten belasten Privathaushalte und Unternehmen in den EU-Mitgliedstaaten. Die Kommission in Brüssel will helfen.

Brüssel - Die immer weiter steigenden Energiepreise beschäftigen die Europäische Kommission am Mittwoch (13.10.2021). Wie sollen Firmen und Privatpersonen bezüglich anziehender Heiz- und Stromkosten entlastet werden? Hierfür legt die Brüsseler Behörde eine sogenannte Toolbox vor. Der Werkzeugkasten soll Maßnahmen enthalten, die EU-Länder national anwenden können, ohne den Markt zu verzerren.

Zwischen Januar und Oktober ist der Großhandelspreis von Erdgas um rund 440 Prozent gestiegen. Gas wird zum Heizen als auch zur Stromerzeugung genutzt und hat somit Einfluss darauf, wie viel Strom kostet. In Deutschland ist Strom an der Börse seit Januar rund 140 Prozent teurer geworden, in Italien 340 Prozent und in Spanien sogar 425 Prozent.

Energiekosten: Strom- und Heizkostenrechnungen steigen dramatisch

Das spiegelt sich auch in den Strom- und Heizkostenrechnungen von Haushalten wider - wenn auch weniger dramatisch als im Großhandel. Das liegt daran, dass der Verbraucherpreis auch durch Steuern, Umlagen und Netzentgelte bestimmt wird. Mehrere Mitgliedstaaten haben kurzfristig eingegriffen, um Privathaushalte vor hohen Strom- und Heizungsrechnungen zu schützen.

Frankreich hat beispielsweise eine Tarifbremse versprochen und will ärmeren Haushalten 100 Euro zahlen. Italien will 3 Milliarden Euro ausgeben, um Haushalten einen Teil ihrer Strom- und Gasrechnungen zu erlassen, etwa durch Steuersenkungen. Die „Toolbox“ soll solche und ähnliche Maßnahmen zusammentragen und koordinieren.

Steigende Energiekosten: EU-Staaten verlangen Hilfe der EU

Manchen Mitgliedstaaten ist das allerdings nicht genug. Der französische Finanzminister Bruno Le Maire sagte vergangene Woche, Energiepreise würden in Zeiten der Energiewende unbeständig bleiben. Länder wie Spanien, Frankreich und Griechenland haben langfristige Maßnahmen auf europäischer Ebene gefordert. Unter anderem wollen die Staaten Gaseinkäufe koordinieren, gemeinsame Gasreserven schaffen und den Preis von Strom und Gas entkoppeln.

Solche mittelfristigen Maßnahmen könnten in der „Toolbox“ aufgelistet werden. Konkrete Verhandlungen dazu soll es aber erst bei einem EU-Gipfel am 21. und 22. Oktober geben, wie Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vergangene Woche sagte.

Steigende Energiekosten: Corona-Pandemie eine Ursache

Die Kommission ist bei gemeinsamen Maßnahmen zurückhaltend, auch weil sie den Preisanstieg als vorübergehend ansieht. Spätestens im April sollen die Preise nach Schätzungen der Kommission wieder sinken, allerdings auf ein höheres Niveau als 2020. Grundsätzlich stehe hinter dem Preisanstieg eine ungewöhnlich hohe Nachfrage im Zuge der Erholung von der Corona-Pandemie. Auch seien die Reserven wegen des kalten vergangenen Winters geleert und es fehle an angeboten. (ktho/dpa)

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