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Billige Konkurrenz

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Von: Steffen Herrmann

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Der Verkauf von Erdbeeren läuft bei vielen Landwirt:innen in Deutschland in diesem Jahr nicht rund. Die Gründe: hohe Kosten, überschaubare Nachfrage und niedrige Preise. Dazu beigetragen hat ausgerechnet das gute Wetter im Mai, wie Eva Würtenberger von der Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft (AMI) in Bonn erklärte. Das Angebot sei dadurch entsprechend gewachsen, viele Kund:innen kauften aber weniger als üblich, weil viele alltägliche Produkte teurer geworden seien und sie deshalb auf Lebensmittel wie Erdbeeren verzichteten. Die Folge: Preisverfall auf im Schnitt unter fünf Euro für ein Kilo. Einige Landwirt:innen verzichten bereits auf die Ernte, weil sie sich nicht mehr lohnt.
Der Verkauf von Erdbeeren läuft bei vielen Landwirt:innen in Deutschland in diesem Jahr nicht rund. © Christoph Soeder/dpa

Die Landwirtinnen und Landwirte ziehen nach Ende der Erdbeerernte eine gemischte Bilanz.

In diesen Tagen endet die Erdbeerernte in weiten Teilen Deutschlands – und die Landwirtinnen und Landwirte ziehen Bilanz: „Wir blicken insgesamt auf eine durchwachsene Erdbeersaison zurück“, sagte Simon Schumacher, Vorstandssprecher des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE), am Dienstag.

Dabei hatten sich die Betriebe vor wenigen Monaten noch ein gutes Erdbeerjahr versprochen: Das Frühjahr war sonnig, Frost- oder Starkregenschäden waren gering. Mit Qualität und Erntemenge sind die Landwirtinnen und Landwirte nun auch zufrieden. Doch laut VSSE importierte der Einzelhandel viele Erdbeeren aus dem Ausland, „was zu einem extremen Preisdruck und frühen Preisverfall für die heimischen Früchte führte“.

Auch mit Blick auf das kommende Jahr überwiegt Skepsis: Die stark steigenden Produktionskosten bereiteten den Betrieben große Sorgen, sagte VSSE-Sprecher Schumacher. Er erwarte, dass die Kosten „2023 nochmal einen Sprung nach oben machen werden“.

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