1. Startseite
  2. Wirtschaft

Entwicklungshilfe soll Frauen unterstützen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Pitt von Bebenburg

Kommentare

Frauen sollen von deutscher Entwicklungshilfe besonders gefördert werden. Archivbild aus Herat (Afghanistan).
Frauen sollen von deutscher Entwicklungshilfe besonders gefördert werden. Archivbild aus Herat (Afghanistan). © Petros Giannakouris/dpa

Ampel-Parteien schichten Mittel zugunsten von Frauen um. Grünen-Abgeordneter Felix Banaszak: „Stärkung der Selbstbestimmung und Gleichberechtigung“

Die Ampel-Koalition verschiebt Akzente in der Entwicklungspolitik. Sie hat in dieser Woche im Haushaltsausschuss des Bundestags gut 50 Millionen Euro umgeschichtet zugunsten von Projekten für Geschlechtergerechtigkeit sowie der Förderung von Kindern und Jugendlichen – Themen, die aus ihrer Sicht im bislang CSU-geführten Ministerium zu kurz kamen. Unter Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) sollen sie mehr Bedeutung erhalten.

„Hilfe für diejenigen, die in den großen Krisen leiden“

Auch Projekte für Umwelt und Biodiversität sowie Vorhaben zur Stärkung von Informations- und Meinungsfreiheit werden stärker aus Deutschland gefördert. Die neuen Schwerpunkte gehen auf Kosten der bilateralen technischen Zusammenarbeit, von Darlehensprogrammen sowie von Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft. Die SPD-Politikerinnen Bettina Hagedorn und Sanae Abdi bezeichneten die Umschichtungen als „ein klares Bekenntnis zugunsten derjenigen, die am stärksten in den großen Krisen leiden“.

Der Grünen-Abgeordnete Felix Banaszak argumentierte ähnlich. Insbesondere Frauen und Mädchen seien von „unzureichendem Zugang zu Bildung, Ressourcen, Partizipation und Macht betroffen und in ihren Rechten und ihrer Selbstbestimmung enorm eingeschränkt“, sagte er. „Dass wir jetzt in die Stärkung der Selbstbestimmung und Gleichberechtigung von Frauen und Mädchen investieren, ist ein wichtiges Signal und eine klare Priorität der Ampel-Koalition in den aktuellen und auch kommenden Haushaltsberatungen“, fügte der Grünen-Politiker hinzu.

Akteurinnen des Wandels

Die FDP-Haushälterin Claudia Raffelhüschen ergänzte, Frauen und Mädchen hätten „die schwächste Lobby, sind gleichwohl aber die stärksten Akteurinnen des Wandels und verdienen unsere volle Solidarität“.

Im einzelnen erhöht Deutschland seine Beiträge für Programme multilateraler Organisationen, die sich für Frauen und Mädchen einsetzen. Zudem erhält die Global Financing Facility 2022 und 2023 je 25 Millionen Euro. Sie setzt sich für gute Gesundheitssysteme für Frauen, Mädchen und Jugendliche ein.

Entwicklungshilfe-Etat sinkt doch nicht

Ursprünglich war vorgesehen, dass der Entwicklungshilfe-Etat in diesem Jahr sinkt, von 12,4 auf 10,8 Milliarden Euro. Durch Ergänzungshaushalt sowie Geld im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise steht Ministerin Schulze aber eine ähnliche Summe zur Verfügung wie ihrem Vorgänger Gerd Müller (CSU).

Auch interessant

Kommentare