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Umweltschutz

Entwicklung ohne Zerstörung

  • Wolfgang Kessler
    VonWolfgang Kessler
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In Ecuador droht mit der Ölförderung im Yasuni-Nationalpark ein Traum begraben zu werden.

Im Yasuni-Nationalpark in Ecuador wird seit Anfang Januar nach Öl gebohrt, im Februar soll das erste Öl gefördert werden. Nun könnte man sagen: Da passiert doch nichts anderes als an vielen Orten der Erde – doch es gibt einen Unterschied: In Ecuador könnte mit diesen Ölbohrungen in einer großen Regenwaldregion der Traum von einer neuen Form globaler Umweltpolitik begraben werden.

Denn 2007 war Ecuadors früherer Staatspräsident Raffael Correa mit einem einmaligen Angebot an die Weltöffentlichkeit getreten. Er bot an, die geschätzten 850 Millionen Fass Öl unter dem Yasuni-Nationalpark mit einem damaligen Marktwert von 7,2 Milliarden US-Dollar im Boden zu lassen, wenn die Weltgemeinschaft die Hälfte der erhofften Erlöse, also 3,6 Milliarden Dollar, in einen Ausgleichsfonds der UN einzahle. Die schwarz-gelbe Bundesregierung unter Angela Merkel gab sich zunächst aufgeschlossen. Doch Dirk Niebel (FDP), von 2009 bis 2013 Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, sagte klar: „Wir bezahlen doch nicht dafür, dass nichts geschieht.“

Genau das aber könnte die globale Klima- und Umweltpolitik revolutionieren. Denn viele ärmere Länder bohren kompromisslos nach den fossilen Rohstoffen Öl, Gas und Kohle, um Geld für ihre Entwicklung zu verdienen. Damit zerstören sie ihre eigene Natur und fördern eine Wachstumspolitik, die das Klima bedroht. Vor diesem Hintergrund ließ die Ankündigung Correas viele Umweltschützer träumen: Die Weltgemeinschaft zahlt Geld für die Entwicklung der ärmeren Ländern, wenn die Rohstoffe im Boden bleiben. Leider hat die Weltgemeinschaft nicht gezahlt. Deshalb droht der Traum jetzt zu platzen.

Noch gibt es Hoffnung. Denn der neue Staatspräsident Ecuadors, Lenin Moreno, plant einen Volksentscheid über die Ausweitung von Schutzzonen, in denen indigene Völker leben. In diesen Schutzzonen soll nicht nach Öl gebohrt werden dürfen.

Eine andere Hoffnung ruht auf den Klimakonferenzen. Dort wurde ein Klimafonds beschlossen, der mit mehr als 100 Milliarden Dollar gespeist werden soll. Einen Teil dieses Geldes könnten Regierungen als Entschädigung dafür erhalten, dass sie fossile Rohstoffe im Boden lassen.

Noch ist der Traum nicht ganz tot.

Wolfgang Kessler ist Wirtschaftspublizist und Chefredakteur der christlichen Zeitschrift „Publik-Forum“.

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