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VW kommt aus den Negativschlagzeilen nicht mehr heraus.
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VW kommt aus den Negativschlagzeilen nicht mehr heraus.

Abgas-Tests an Affen

VW entschuldigt sich für Tierversuche

Mit Abgas-Tests an Affen wollte VW beweisen, dass die Diesel-Schadstoffbelastung erheblich abgenommen hat. Nun distanziert sich der Konzern von allen Formen der Tierquälerei.

Volkswagen (VW) hat sich für umstrittene Tierversuche in den USA, bei denen Affen Diesel-Abgasen ausgesetzt wurden, entschuldigt. „Wir sind der Überzeugung, dass die damals gewählte wissenschaftliche Methodik falsch war. Es wäre besser gewesen, auf eine solche Untersuchung von vornherein zu verzichten. Wir entschuldigen uns für das Fehlverhalten und die Fehleinschätzung Einzelner,“ erklärte der Autobauer am Wochenende. 

Deutsche Autohersteller sollen einem Bericht der „New York Times“ zufolge vor einigen Jahren Tierversuche finanziert haben, um zu belegen, dass ihre Dieselfahrzeuge keine Gesundheitsschäden verursachen. Eine von Daimler, BMW und Volkswagen finanzierte Lobby-Initiative hatte die Studie, bei der zehn Affen stundenlang in einem Testlabor Dieselabgase eines VW Beetles inhalieren mussten, 2013 bei einem US-Forschungsinstitut in Auftrag gegeben. Die Experimente fanden 2014 statt. Dem Studienleiter zufolge war VW dabei federführend. 

BMW und Daimler distanzierten sich von den Versuchen. Es blieb trotzdem die Frage offen, ob die Unternehmen wussten, dass die Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor (EUGT) Affen bei den Experimenten einsetzte. Volkswagen teilte weiter mit: „Allgemein können wir zum Sachverhalt sagen: Die Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor wurde 2007 als unabhängiges Forschungsinstitut von BMW, Daimler, Volkswagen und Bosch gegründet, alle Vereinsmitglieder haben gleichberechtigt zusammengearbeitet.“ Die EUGT habe auch den Auftrag der Studie an das US-Institut Lovelace Respiratory Research Institute (LRRI) erteilt. Die EUGT sei zum 30. Juni 2017 aufgelöst worden. „Zum Zeitpunkt der Auflösung lagen die abschließenden Ergebnisse der Studie nicht vor, womit das Projekt auch nicht abgeschlossen und veröffentlicht worden ist.“ 

BMW erklärte, an der genannten Studie nicht mitgewirkt zu haben. Details wie etwa Ablauf oder Umfang der Studie könne man entsprechend nicht kommentieren. „Die BMW Group hatte keinen Einfluss auf Design und Methoden von Studien, die von der EUGT beauftragt wurden“, teilte der Autobauer weiter mit. 

Auch Daimler distanzierte sich von der Studie des LRRI und der EUGT. „Wir werden aufklären, wie es zu der LRRI-Studie kommen konnte und haben eine Untersuchung eingeleitet. Ein Fahrzeug von Daimler kam in der Studie nicht zum Einsatz. Daimler toleriert und unterstützt keine unethische Behandlung von Tieren“, hieß es in einer Stellungnahme des Autobauers. Ans Licht kamen die Tierversuche durch eine Aussage des Wissenschaftlers Jake McDonald, der im Rahmen der US-Ermittlungen zum VW-Dieselskandal berichtete, was sich in einem Testlabor im Wüstenstaat New Mexico 2014 abspielte. Zehn zu Versuchsobjekten degradierte Affen kauerten in einem Testlabor im Wüstenstaat New Mexico und atmten stundenlang Abgase eines VW-Beetles ein, während ihnen zur Beruhigung Zeichentrickfilme gezeigt werden. „Sie mochten es, Cartoons zu gucken“, sagte McDonald dem 179 Seiten langen Verhörprotokoll zufolge über die Affen. 

VW-Großaktionär Niedersachsen teilte am Samstag mit, die Vertreter des Landes im Aufsichtsrat drängten auf vollständige Aufklärung der Geschehnisse, von denen sie durch die Medien erfahren hätten. Außerdem müsse sichergestellt werden, dass nie wieder vergleichbare Studien in Auftrag gegeben werden. „Zehn Affen stundenlang mutwillig Autoabgase einatmen zu lassen, um zu beweisen, dass die Schadstoffbelastung angeblich abgenommen habe, ist widerlich und absurd“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

VW hatte 2015 eingeräumt, Abgaswerte mit einer illegalen Abschalteinrichtung manipuliert zu haben. Diese erkennt, ob ein Auto auf dem Prüfstand getestet wird und reguliert auch nur dann den Schadstoffausstoß. Im normalen Verkehr auf der Straße ist das System dagegen abgeschaltet. Der Skandal kostete die Wolfsburger in den USA bisher umgerechnet mehr als 25 Milliarden Euro. (rtr/dpa)

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