Hintergrund Merckle-Gruppe

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Als Adolf Merckle am 5. Januar 2009 den Tod auf den Bahngleisen suchte, war seine Unternehmensgruppe in eine schwere Krise gerutscht. Der Milliardär aus

Als Adolf Merckle am 5. Januar 2009 den Tod auf den Bahngleisen suchte, war seine Unternehmensgruppe in eine schwere Krise gerutscht. Der Milliardär aus Blaubeuren hatte sich an der Börse verspekuliert, der Konzern war hoch verschuldet.

Vor seinem Tod leitete Merckle noch Verhandlungen um einen Überbrückungskredit mit den Gläubigerbanken ein. Nun treibt sein Sohn Ludwig die Sanierung voran. Im Februar veräußerte Merckle seine Anteile am Pharma-Konzern Mepha an Cephalon.

Heidelberg Cement: Nach der Übernahme des Baustoffkonzerns im Jahr 2005 hielt Merckle rund 78 Prozent der Anteile. Im Zuge der Restrukturierung reduzierte Ludwig Merckle seinen Aktienanteil auf weniger als 25 Prozent.

Derweil hofft Heidelberg Cement auf eine vorsichtige Erholung der Bauindustrie im laufenden Jahr. Die gesunkene Nachfrage drückte 2009 die Umsätze um gut ein Fünftel auf 11,1 Milliarden Euro, wie aus der gestern vorgestellten Jahresbilanz hervorgeht. Der Überschuss reduzierte sich im Vorjahresvergleich von 1,9 Milliarden auf 168 Millionen Euro.

Phoenix Pharmahandel: Das Mannheimer Unternehmen ist noch zu 100 Prozent im Besitz der Merckle-Gruppe. Nach eigenen Angaben gehört Phoenix europaweit zu den größten Pharma-Großhändlern und ist hierzulande Marktführer. Merckle hält zudem die UTA Pharma Beteiligungsgesellschaft, um in Osteuropa wettbewerbsrechtliche Schranken bei Apothekenbeteiligungen für Phoenix zu umgehen.

VEM-Holding: 1997 erwarb Merckle die ostdeutsche VEM-Holding von der Treuhandanstalt. Die VEM produziert unter anderem Transformatoren, Elektromotoren und Windkraftanlagen.

Kässbohrer: Als Hauptaktionär hält Ludwig Merckle 90 Prozent der Anteile an dem weltweit führenden Geländefahrzeug-Hersteller. Ein Verkauf von Kässbohrer war nicht Teil der Verhandlungen mit den Gläubigerbanken, gleichwohl wurden 2009 Gerüchte um einen Bieter-Wettstreit laut.

Zollern-Gruppe: Maschinenbau, Gießerei- und Antriebstechnik sind die Kerngeschäfte der Zollern Gruppe. Sie ist zu 50 Prozent in der Hand von Merckle.

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