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Präsentation im Auktionshaus: Die erste SMS der Welt wird als NFT versteigert.
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Präsentation im Auktionshaus: Die erste SMS der Welt wird als NFT versteigert.

NFT

Entdeckung der digitalen Kunst

  • Steffen Herrmann
    VonSteffen Herrmann
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Der Handel mit virtuellen Werken, sogenannten NFTs, boomt.

Die allererste SMS der Menschheit wurde im Dezember 1992 verschickt, ihr Inhalt: „Merry Christmas“. Am Dienstag, rund 29 Jahre später, versteigerte Vodafone die SMS für einen guten Zweck als NFT. Der Preis: 107.000 Euro. Damit springt Vodafone auf einen Trend auf: Sogenannte NFTs boomen und sorgen für Rekordpreise. Der US-Künstler Mike Winkelmann verkaufte Anfang des Jahres sein Digitalwerk „Everydays: the first 5000 Days“ als NFT für 69,3 Millionen Dollar.

NFT, was verbirgt sich hinter dem Kürzel? NFT steht für Non-fungible Token. Also eine nicht austauschbare Wertmarke, die digitalisierte Form eines Vermögenswertes. Mit NFTs werden Eigentumsverhältnisse digital abgebildet und können gehandelt werden. Grundlage ist die Blockchain, eine fälschungssichere und dezentrale Datenbank, die laufende Informationen registriert und in Blöcken speichert.

Kuriose NFT-Welt: Erster Tweet versteigert

Ein Beispiel zeigt, wie merkwürdig die NFT-Welt ist: Der Twitter-Gründer Jack Dorsey versteigerte seinen ersten Tweet als NFT. Für „just setting up my twttr“ zahlte ein Bieter rund 2,9 Millionen Dollar. In die Hosentasche stecken kann der glückliche Käufer den Tweet nicht. Er steht bis heute für alle lesbar im Netz, kann beliebig kopiert oder weitergeleitet werden.

Vor allem Künstlerinnen und Künstler hoffen, mit Hilfe von NFTs Geld zu verdienen. Bislang sehen sie praktisch kein Geld, wenn eines ihrer Werke wertvoller wird und weiterverkauft wird. Ist ein reales Gemälde aber mit einem NFT verbunden, könnten sie unter Umständen bei jedem Wiederverkauf mitverdienen.

Nike und Adidas sind an NFTs interessiert

Auch Konzerne springen auf den Trend auf, zum Beispiel in der Sportindustrie. Nike verkauft virtuelle Sneaker, auch der Konkurrent Adidas bietet NFTs an. Die Hoffnung: Sneakerfans sammeln auch in den digitalen Welten Schuhe und bescheren den Unternehmen einen neuen Markt. Für virtuelle Grundstücke im erst 2022 erscheinenden Computer-Spiel Legacy zahlten Interessierte sogar mehr als 50 Millionen Dollar.

Der Markt für NFT wächst rasant. Laut einer Studie der Branchenplattform „nonfungible.com“ wurden im dritten Quartal allein in den USA NFTs im Gegenwert von insgesamt 5,9 Milliarden Dollar verkauft.

Für viele junge Menschen sind NFTs attraktiv

Echtes Geld für virtuelle Dinge, die nicht greifbar sind. Auf den ersten Blick ist das ein Widerspruch. Für viele technikaffine, vor allem jüngere Menschen ist es konsequent: Sie verbringen einen Großteil ihres Alltags in virtuellen Welten, auf Instagram, Tiktok oder im Computerspiel Minecraft. Der Kauf der ersten SMS oder des ersten Tweets erscheint ihnen als sinnvolles Investment, dessen Wert im Lauf der Zeit eher steigt. Und der Kauf eines digitalen Adidas-Trainingsanzugs für die Online-Spielfigur als eine Ausgabe neben anderen.

Allzu leichtfertig sollte man aber nicht investieren. Der Wert der NFTs schwankt ähnlich stark wie die Kurse der Kryptowährungen, mit dem sie bezahlt werden. Die Hoffnung auf Rendite zieht Spekulanten und Spekulantinnen, der unregulierte Markt lockt Betrüger:innen an. Mit dem Hype wächst die Sorge vor dem Platzen einer Blase. Kritisiert wird auch der hohe Stromverbrauch der technischen Prozesse, die hinter den NFTs stehen. Der Künstler Memo Akten hat ausgerechnet, dass ein NFT etwa den CO2-Abdruck eines zweistündigen Fluges hat.

Klar ist: NFTs haben erstmals einen funktionierenden Markt für digitale (Kunst-)Gegenstände geschaffen. Die Technik dahinter wird bleiben, unabhängig davon, wie sich der Wert der einzelnen gehandelten Dinge entwickelt.

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