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Energiepreispauschale auch für Rentnerinnen und Rentner? Das steht im Entlastungspaket

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Von: Tanja Koch

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Energie-Pauschale: Arbeitnehmende müssen mit weniger rechnen, Rentner mit gar nichts.
Gilt die Energiepreispauschale auch bald für Rentnerinnen und Rentner? (Symbolfoto) © Marijan Murat/dpa

Sollte die Bundesregierung das Energiegeld auch Renten-Beziehenden genehmigen? Die Rentenpräsidentin verweist auf die bereits hohe Rentenanpassung.

Update vom Mittwoch, 07. September, 14.44 Uhr: Nun werden Rentnerinnen und Rentner also doch bei der Energiepreispauschale berücksichtigt. Am Sonntag (4. September) kündigte die Ampel-Koalition das dritte Entlastungspaket an. Darin enthalten ist auch die Energiepreispauschale für Rentner:innen. Diese sollen zum 1. Dezember eine einmalige Energiepreispauschale von 300 Euro erhalten. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund sechs Milliarden Euro – knapp ein Zehntel des 65-Milliarden-Euro-Pakets ist also für die Senior:innen reserviert.

Die Deutsche Rentenversicherung (DRV-Bund) stand am Mittwoch (7. September) noch nicht für eine Stellungnahme zu der Auszahlung der Energiepreispauschale zur Verfügung: „Derzeit werden im Bundesministerium für Arbeit und Soziales die
Umsetzungsregelungen erarbeitet und anschließend innerhalb der Bundesregierung abgestimmt. Solange die Ergebnisse nicht vorliegen, werden wir die Beschlüsse des Koalitionsausschusses nicht kommentieren“, hieß es vonseiten der DRV-Bund.

Energiepreispauschale auch für Rentnerinnen und Rentner? Rentenpräsidentin nennt neue Details

Erstmeldung vom Montag, 11. Juli: Frankfurt/Berlin – Gundula Roßbach, Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, hat Zweifel bezüglich einer möglichen Ausweitung der Energiepreispauschale auf Rentner:innen geäußert. „Viele Rentner können durch die hohe Rentensteigerung jetzt monatlich über einen ordentlichen zusätzlichen Auszahlungsbetrag verfügen“, sagte Roßbach der Rheinischen Post auf die Frage, ob die Bundesregierung hier nachbessern müsse. Roßbach verwies ferner darauf, dass ärmere Rentner:innen ein erhöhtes Wohngeld beziehen.

Arbeitnehmer:innen und Selbstständige sollen im Herbst 300 Euro als Energiepreispauschale erhalten. Rentner:innen und Student:innen bleiben außen vor. Insbesondere Sozialverbände verlangen, dass auch Beziehende von Altersbezügen berechtigt sein sollen. Zum 1. Juli waren die Renten im Westen um 5,35 Prozent und im Osten um 6,12 Prozent gestiegen.

Gundula Roßbach, Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, spricht nach dem Rundgang mit Sozialminister Heil durch die Reha-Klinik Seehof der Deutschen Rentenversicherung (DRV).
Gundula Roßbach, Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, berichtet über die Symptome einer Long-Covid-Erkrankung. (Archivbild) © Soeren Stache/dpa

Rente in Deutschland: Forderung nach ausgeweiteter Hinzuverdienst-Möglichkeit

Die Preissteigerungsrate liegt aktuell aber noch darüber. Roßbach sagte dazu: „Wir hatten jetzt gerade die höchste Rentenanpassung seit annähernd vier Jahrzehnten. Hierdurch wird die hohe Preissteigerung, die in diesem Jahr erwartet wird, deutlich abgemildert.“

Roßbach plädierte zugleich dafür, die ausgeweiteten Hinzuverdienst-Möglichkeiten für arbeitende Rentner zu verlängern. „In der Pandemie wurden die Hinzuverdienst-Möglichkeiten für Rentnerinnen und Rentner erheblich verbessert. Das könnte man jetzt fortführen“, sagte sie. Noch für 2022 gilt, dass bei vorgezogenen Altersrenten bis zu 46.060 Euro zur Rente dazuverdient werden können, ohne dass diese gekürzt wird. Ab 2023 soll wieder die ursprüngliche Grenze von 6300 Euro pro Kalenderjahr gelten.

Energiegeld auch für Rentner:innen? Roßbach fordert Hinzuverdienst-Möglichkeiten

Die Präsidentin der Rentenversicherung ging zudem davon aus, dass der jetzige Rentenbeitragssatz von 18,6 Prozent bis Ende 2024 konstant bleiben kann. „Wir sind vor allem ein Spiegel des Arbeitsmarktes, und der ist unglaublich robust – trotz Corona-Pandemie und dem Krieg gegen die Ukraine“, betonte Roßbach.

„Wir erleben ein Rekordniveau bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung.“ Die Beitragseinnahmen lägen in den ersten fünf Monaten dieses Jahres um sechs Prozent über dem Vorjahreswert. (tk/dpa)

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