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Energiepauschale für Auszubildende: So bekommen sie die 300 Euro

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Von: Tanja Banner

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Die Energiepreispauschale soll die durch den Ukraine-Krieg steigenden Energiekosten etwas abfedern. Haben auch Auszubildende Anspruch auf die 300 Euro?

Frankfurt – Durch den Ukraine-Krieg steigt die Inflation, unter anderem sind Lebensmittelpreise und auch die Energiekosten in Deutschland deutlich teurer geworden – und ein Ende ist nicht abzusehen. Die Bundesregierung will diese Entwicklung mit einem Entlastungspaket abfedern, in dem unter anderem das 9-Euro-Ticket für den Nahverkehr, der Tankrabatt, aber auch eine Energiepreispauschale (EPP) in Höhe von 300 Euro enthalten ist. Doch dieses Geld bekommt nicht jeder: Es ist für einkommensteuerpflichtige Erwerbstätige angedacht – Rentnerinnen und Rentner kommen nur mit einem Trick an die Energiepreispauschale.

Da stellt sich die Frage: Haben Auszubildende einen Anspruch auf die 300 Euro Energiepreispauschale als finanzielle Unterstützung vom Staat? Für Azubis gibt es eine gute Nachricht: Sie erhalten die Energiepauschale – genau wie beispielsweise Angestellte, Beamte und Beamtinnen, Richter:innen, Soldat:innen, aber unter anderem auch Minijobber:innen sowie Aushilfskräfte in der Land- und Forstwirtschaft. Das stellt eine „Frage und Antwort“-Seite des Bundesfinanzministeriums zur Energiepreispauschale klar.

Montage Photovoltaik auf Dach
Die Energiekosten in Deutschland steigen in schwindelerregende Höhen – eine Energiepreispauschale in Höhe von 300 Euro soll diese Entwicklung zumindest teilweise abfedern. (Symbolbild) © Marijan Murat/dpa

Bekommen Auszubildende die Energiepreispauschale in Höhe von 300 Euro?

Die 300 Euro sollen unabhängig von geltenden steuerlichen Regelungen wie der Pendlerpauschale oder einem Job-Ticket gewährt werden. Ausgezahlt wird das Geld für Auszubildende und andere Anspruchsberechtigte über die Lohnabrechnung des Arbeitgebers, bei dem die berechtigte Person am 1. September 2022 angestellt ist. Eine Beantragung der Energiepreispauschale ist also nicht nötig.

Energiepreispauschale bei Auszubildenden: 300 Euro unterliegen der Einkommenssteuer

Wichtig zu wissen: Zwar werden vom Arbeitgeber 300 Euro ausbezahlt – die unterliegen jedoch der Einkommenssteuer und müssen in der Steuererklärung für 2022 angegeben werden. Daran wird immer wieder Kritik laut – beispielsweise vom Präsidenten des Steuerzahlerbundes, der gegenüber dpa bemängelte: „Eine wirkliche Entlastung wäre es übrigens gewesen, wenn die Energiepreispauschale steuerfrei wäre.“ Die vollen 300 Euro bleiben Berechnungen des Steuerzahlerbunds nur Arbeitnehmenden, die mit ihrem zu versteuernden Jahreseinkommen unter dem steuerlichen Grundfreibetrag (10.347 Euro) bleiben.

Entlastungspaket 2022
9-Euro-TicketBundesweit gültiges Monatsticket im Regionalverkehr für 9 Euro
Energiepreispauschale300 Euro für einkommensteuerpflichtige Erwerbstätige
Hartz-IV-BonusZusätzlicher Zuschuss von 200 Euro für Sozialleistungs-Empfangende
Kinderbonus100 Euro pro Kind
TankrabattEnergiesteuer auf Kraftstoffe gesenkt: Benzin 30 Cent und Diesel 14 Cent weniger pro Liter

Der Koalitionsausschuss hatte das „Maßnahmenpaket des Bundes zum Umgang mit den hohen Energiekosten“ am 23. März 2022 beschlossen. Am 27. April 2022 wurde das Entlastungspaket im Kabinett durchgewunken – der Weg ist also frei. Entlastungen wie der Tankrabatt und das 9-Euro-Ticket sind bereits umgesetzt worden. Derzeit gibt es Diskussionen, ob und wie man das beliebte 9-Euro-Ticket verlängern und finanzieren könnte. (tab)

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