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Energiekrise könnte Deindustrialisierung Deutschlands auslösen

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Von: Moritz Serif

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Laut einer Studie der Unternehmensberatung PwC droht Europa eine Deindustrialisierung. Dafür gebe es gleich mehrere Gründe.

Berlin/Brüssel – Die Energiekrise bedroht nach Einschätzung der Unternehmensberatung PwC Schlüsselsektoren der deutschen Industrie und könnte sogar eine Deindustrialisierung Europas auslösen. Europa verliere als Produktionsstandort an globaler Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität. Die deutsche Industrie werde besonders hart von den extrem gestiegenen Gaspreisen getroffen, heißt es in einer Studie der PwC-Tochter Strategy&.

„Viele Unternehmen könnten sich zukünftig dazu entscheiden, ihre Produktion innerhalb Europas neu aufzustellen oder gänzlich aus Europa abzuziehen“, sagte Strategy&-Europachef Andreas Späne. Die Metall-, Auto- und Chemiebranche seien wegen der höheren Produktionskosten unter enormem Druck.

Energiekrise: Deutsche Unternehmen könnten Standort verlagern

In Frankreich und Spanien stiegen die Produktionskosten vergleichsweise moderat. Ein Grund dafür sei der höhere Anteil von Atomstrom und erneuerbarer Energien im Energiemix. Stark von russischem Öl und Gas abhängige Länder wie Polen gerieten dagegen unter extremen Druck.

Obwohl die deutsche Industrie in den meisten Branchen weiterhin günstiger als der EU-Durchschnitt produziere, könnten Unternehmen aus den am stärksten betroffenen Sektoren ihre Produktion in andere Regionen außerhalb Europas verlagern. Langfristig könne das zu Strukturverschiebungen innerhalb der europäischen Industrielandschaft führen oder sogar zu einer Deindustrialisierung, heißt es in der Studie.

Scholz reise vor allem für die Interessen deutscher Konzerne wie der BASF nach China, so der Vorwurf.
Kanzler Scholz bei der Besichtigung eines neuen BASF-Werkes. © picture alliance/dpa/Reuters/Pool/Lisi Niesner

Entspannung am Energiemarkt erst 2024

Erst 2024 ist mit einer Entspannung am Energiemarkt zu rechnen. „Um wichtige Industrien im Land zu halten, muss die Politik jetzt die richtigen Anreize setzen, um die Inflation zu drücken und die Energietransformation zu beschleunigen“, sagte Co-Autorin Eva Poglitsch. Mit der Erhöhung der Energieeffizienz, dem Ausbau erneuerbarer Energien und Dekarbonisierung eröffneten sich für die Unternehmen auch Chancen.

Davon abgesehen sind auch Privathaushalte von der Energiekrise betroffen. Fast jedem fünften Haushalt in Deutschland droht einer Studie zufolge zumindest zeitweise die Überschuldung. Bis zu 19 Prozent der deutschen Haushalte seien gefährdet, ihre Rechnungen für Versorgungsleistungen wie Strom, Wasser, Gas und Wärme nicht sofort bezahlen zu können, heißt es im „SchuldnerAtlas Deutschland 2022“. Der kommende Energiepreisschock zu Beginn des neuen Jahres werde für viele zu einer finanziellen Überforderung. (mse mit Material der Nachrichtenagentur dpa)

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