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Finanzminister Lindner will Pendlerpauschale deutlich erhöhen

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Von: Moritz Serif

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Der Lindner-Vorschlag stößt nicht nur auf Zuspruch
Der Lindner-Vorschlag stößt nicht nur auf Zuspruch. (Archivfoto) © Fabian Sommer/dpa/picture alliance

Finanzminister Christian Lindner verkündet bei Twitter, dass die Pendlerpauschale erhöht werden und nicht nur für Fernpendler:innen gelten solle.

Berlin – Viele Menschen ächzen angesichts der Energiekrise und damit verbundener steigender Preise. Nun hat Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) eine Erhöhung der Pendlerpauschale vorgeschlagen. Er sei offen dafür, „die Pendlerpauschale ab 2023 deutlich zu erhöhen“, schrieb Lindner bei Twitter. Dies solle dann „ab dem ersten Kilometer und nicht nur für Fernpendler“ gelten. Am selben Tag wurde bekannt, dass Robert Habeck überlegt, eine Klimaabgabe auf Neuwagen einzuführen.

Die Union unterstützte Lindners Forderung. „Das Pendeln muss leistbar bleiben“, sagte der Vorsitzende der Arbeitnehmergruppe der Unionsfraktion, Axel Knoerig (CDU), der afp. Gerade in den ländlichen Regionen sei es für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kaum bis gar nicht möglich, auf den öffentlichen Nahverkehr umzusteigen.

Lindner will Pendlerpauschale erhöhen - Linke dagegen

SPD und Bündnis 90/Die Grünen sollten daher den Vorstoß von Christian Lindner nicht blockieren und eine Entlastung derjenigen ermöglichen, die diese Hilfe auch brauchen.“ Die Linke sieht das anders. „Pendler von Mondpreisen an der Tankstelle zu entlasten, ist richtig“, erklärte der finanzpolitische Sprecher der Linksfraktion, Christian Görke.

Die Pendlerpauschale habe „einen Konstruktionsfehler: Weil sie das zu versteuernde Einkommen senkt, wird der Manager mit Spitzeneinkommen bei gleicher Pendelstrecke stärker entlastet als der Facharbeiter“, sagte Görke. Und die Kassiererin in Teilzeit, die so wenig verdiene, dass sie keine Einkommensteuer zahle, bleibe „bei der Pendlerpauschale komplett auf ihren Fahrtkosten sitzen“.

Lindner-Vorschlag: Allianz pro Schiene schimpft

„Nach dem Tankrabatt das nächste Milliardengeschenk für Autofahrer“, kritisierte der Geschäftsführer von Allianz pro Schiene, Dirk Flege. Denn die Pendlerpauschale fließe „zu 80 Prozent an Autofahrer“ und werde „zu Recht“ vom Umweltbundesamt „in der Liste der umweltschädlichen Subventionen“ geführt. „Finanzminister Lindner torpediert die Verkehrswende und den Umstieg auf Bus und Bahn, wo er kann.“

Finanzminister Lindner reagierte auf die Kritik mit einem weiteren Tweet. Die Pendlerpauschale gelte unabhängig vom Verkehrsmittel.

Ampel hat Pendlerpauschale bereits erhöht

Die Ampel-Koalition hatte im Zuge ihrer Entlastungspakete die Pendlerpauschale bereits um drei auf 38 Cent pro Kilometer erhöht. Dies galt rückwirkend zum 1. Januar allerdings erst ab dem 21. Kilometer und damit für Menschen mit einem besonders weiten Weg zur Arbeit.

Bis einschließlich 20 Kilometer können Pendler bisher 30 Cent pro Kilometer von der Steuer absetzen. Die Pendlerpauschale gilt dabei nicht nur für Auto- oder Motorradfahrer, sondern auch, wenn die Menschen zu Fuß, per Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit kommen. (mse/AFP)

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