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Energiekrise bedroht Theater: Hohe Heizkosten – Schließungen drohen

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Von: Moritz Serif

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Staatstheater in Mainz
Das Staatstheater Mainz. © Peter Zschunke/dpa-Zentralbild/dpa

Die Fernwärmekosten beim Staatstheater Mainz haben sich zwischen 2019 und 2022 fast verdoppelt. Einschränkungen des Spielbetriebs sind möglich.

Mainz – Kaum eine Branche hatte unter den direkten und indirekten Folgen der Corona-Pandemie derart zu leiden, wie die Kulturbranche. Menschen gingen pleite, der wirtschaftliche Schaden ist enorm. Kulturstätten waren die Ersten, die wegen des Coronavirus schließen mussten und die Letzten, die wieder öffnen durften – davon hat sich der Kulturbetrieb noch lange nicht erholt. Unsicher ist nach wie vor, ob Theater, Clubs, Bars etc. wegen einer neuen Corona-Welle erneut geschlossen werden.

Doch nicht nur die Pandemie könnte der Branche zu schaffen machen, denn die Energiepreise lässt die Preise steigen, was wiederum zu steigenden Kosten für rheinland-pfälzische Theater führt. Einschränkungen des Spielbetriebes sind daher möglich.

Energiekrise: Schließungen von Theatern könnte drohen

Die hohen Heizkosten könnten gegebenenfalls zu „Schließungen oder zu zeitlich eingeschränkten Nutzungen der Theater führen“, teilte Kulturministerin Katharina Binz (Grüne) auf eine Kleine Anfrage aus der CDU-Landtagsfraktion hin mit. So hätten sich beispielsweise die Fernwärmekosten beim Staatstheater Mainz bereits im Zeitraum zwischen 2019 und 2022 fast verdoppelt.

Seinen Stromverbrauch habe das Staatstheater durch Umrüstung der Scheinwerfer auf LED-Technik bereits reduziert. In Koblenz seien im Rahmen einer Generalsanierung ab 2024 auch Maßnahmen zur Verringerung des Energieverbrauchs geplant. Der Theaterbetrieb leidet nach Auskunft der Ministerin aber auch weiter unter den Folgen der Corona-Krise, die das Besucherverhalten insgesamt verändert habe.

Theater und Kultur muss verlorenes Publikum zurückgewinnen

Das während der vergangenen zwei Jahre verlorene Publikum müsse nun wieder zurückgewonnen werden. Allgemeine Kostensteigerungen, aber auch die Anhebung des Mindestlohns vergrößerten die finanziellen Lasten der Theater.
Im vergangenen Jahr bezuschusste das Land Rheinland-Pfalz die Arbeit der Theater mit rund 39 Millionen Euro.

Der größte Anteil davon ging mit 15,2 Millionen Euro an das Staatstheater Mainz, das Pfalztheater Kaiserslautern erhielt 8,3 Millionen Euro, das Theater Trier 7,2 Millionen Euro und das Theater Koblenz 6,6 Millionen Euro. Mittel in Höhe von knapp 1,6 Millionen Euro flossen an landesweit 35 weitere Theater und Theaterverbände in freier Trägerschaft. Die Zuschüsse für die großen Häuser werden in der Regel jährlich angehoben. (mse mit dpa)

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