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Energie sparen: Mit dem Homeoffice aus der Krise?

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Von: Vincent Büssow

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Robert Habeck telefoniert.
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat mehrere Maßnahmen zum Einsparen von Energie auf den Weg gebracht. Eine Homeoffice-Pflicht ist nicht dabei. (Archivbild) © Kay Nietfeld/dpa

Hilft das Homeoffice beim Energiesparen? Fachleute sehen großes Potenzial, das von der Politik nicht genutzt wird.

Frankfurt – Die kältere Jahreshälfte hat begonnen und die Energiekrise wird immer spürbarer. Den Sommer über hat Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) die Gasspeicher gefüllt und Dusch-Tipps gegeben. Für einen Teil der Diskussion wurde bisher allerdings keine allgemeine Lösung gefunden: Soll und kann das Homeoffice genutzt werden, um Energie zu sparen? Während manche Fachleute dies bejahen und entsprechende Forderungen stellen, kommt von anderen Stellen Gegenwind.

So sagte Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) bereits im Juli gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe, dass sie ein signifikantes Einsparpotenzial durch die Nutzung von Homeoffice sieht. Der Energieexpertin zufolge könnten dadurch bis zu 5 Prozent des Verbrauchs in Deutschland eingespart werden. Auch der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) sieht dieses Potenzial und zeigte sich „für jede Einsparidee aufgeschlossen“, wie die Zeit berichtet. Sowohl Kemfert als auch der BVMW bezogen sich jedoch vor allem auf den Transport zum Arbeitsplatz, also dem Einsparen von Benzin als Energieträger. Beim Gas sieht die Sache anders aus.

LandDurschnittliche Homeoffice-Nutzung
Deutschland1,4 Tage pro Woche
Frankreich1,3 Tage pro Woche
USA1,6 Tage pro Woche
Japan1,1 Tage pro Woche

Quelle: ifo Institut (16. September 2022)

Robert Habeck telefoniert.
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat mehrere Maßnahmen zum Einsparen von Energie auf den Weg gebracht. Eine Homeoffice-Pflicht ist nicht dabei. (Archivbild) © Kay Nietfeld/dpa

Energiesparen durch das Homeoffice: Habeck äußert Bedenken

So wird nicht weniger Energie zum Heizen verbraucht, wenn sich nur einige Mitarbeiter eines Büros im Homeoffice befinden, während der Rest vor Ort arbeitet. Auch Habeck wies bereits darauf hin, dass die Energiebilanz nur dann positiv sei, wenn die Büros gänzlich kalt blieben. Selbst dann gäbe es jedoch das Problem, dass die Arbeiter:innen für die Mehrkosten für Gas und Strom zu Hause aufkommen müssten.

Claudia Kemfert vom DIW sagte deshalb jetzt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, dass einheitliche Vorgaben für das Homeoffice sinnvoll seien, um Sparpotentiale zu nutzen. Erst vor kurzem wurde zwar die Homeoffice-Pauschale von 600 auf 1000 Euro erhöht. Dementsprechend viel Geld kann nun für die Arbeit von zu Hause von der Einkommenssteuererklärung abgesetzt werden. Politische Maßnahmen wie etwa eine Homeoffice-Pflicht, die tatsächlich zu leeren Büros führen würde, fehlen jedoch bisher in Habecks Maßnahmenpaketen zum Energiesparen. Vorerst wird demnach wohl wenig Energie durch das Homeoffice eingespart. (vbu mit dpa)

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