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„Schwarzer Montag“ auch an der Börse in New York.

Börsenstürze

Empfindliche Aktienmärkte

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Trotz leichter Erholung lohnt es sich, das eigene Portfolio zu überprüfen.

Innerhalb einer Woche sind die wichtigsten Aktienindexes weltweit massiv gefallen – infolge der negativen Auswirkungen des Coronavirus. Seit Dienstag zeihen die Kurse zwar wieder an, aber dennoch lohnt sich ein genauere Blick auf die Entwicklung – und auf das eigene Portfolio.

Der Dax hatte mit einem Minus von 15 Prozent in nur sechs Tagen den größten Kursrückgang seit dem Jahr 2011 verzeichnet. Ein Viertel aller Titel fiel um 20 Prozent und mehr. Zu den größten Verlierern gehörten vor allem Tourismusaktien.

Tui-Papiere verloren beispielsweise in den vergangenen sieben Handelstagen mehr als 25 Prozent an Wert. Stellt sich die Frage, wie es weitergeht.

Eines sollte im Vordergrund stehen: Weiterhin Ruhe bewahren und das eigene Depot überprüfen, vor allem wenn es Positionen beinhaltet, die in den nächsten zwölf bis 24 Monaten direkt vom Coronavirus in Bezug auf das Geschäft leiden könnten. Dazu gehören beispielsweise Aktien wie Daimler oder Volkswagen.

Investoren, die auf den langfristigen Vermögensaufbau mit Aktien setzen, dürften sich vom Coronavirus nicht aus dem Konzept bringen lassen. Dennoch sollten auch Langfristanleger einen Depotcheck durchführen, um eine breite Streuung mit vielen Titeln im Depot zu haben.

Für den persönlichen und langfristigen Erfolg an der Börse sollten Anleger auf Unternehmen mit starken Marken zurückgreifen. Dazu gehören beispielsweise Konzerne aus dem Nahrungsmittel- und Konsumgüterbereich. Nicht erst seit dem Coronavirus sind börsennotierte Unternehmen mit alten Reinigungsmittelmarken sehr rentabel. Die Markenstärke ist ein wichtiger Faktor für steigende Kurse an der Börse.

Wegen des Coronavirus also einen Teil seiner Altersvorsorge über den Haufen zu werfen, wäre töricht. Krisen gab es in den vergangenen Jahrzehnten zuhauf, langfristig haben sich die Kurse wieder erholt und die Indizes sind gestiegen. Nach Einschätzung von Olivier de Berranger, Marktexperte bei der Fondsgesellschaft La Financière de l’Échiquier (LFDE), könnte schon bald Licht am Ende des Tunnels zu sehen sein. In China, wo die Anzahl der täglichen Corona-Todesfälle weiter zurückgeht, scheint die Epidemie langsam abzuflauen. „Die Betriebe nehmen ihre Tätigkeit wieder auf, und der chinesische Aktienmarkt behauptete sich in der vergangenen Woche viel besser als die Märkte im Westen“, so de Berranger weiter.

Michael Winkler, Leiter Anlagestrategie bei der St. Galler Kantonalbank Deutschland, rät Anlegern derweil, „erst einmal auf Sicht fahren und sich Käufe ebenso wie Verkäufe an den Aktienmärkten gut überlegen. Denn wohl niemand kann momentan seriös vorhersagen, wie sich die Situation in den kommenden Tagen entwickeln wird.“

So erholte sich zum Beispiel der deutsche Aktienmarkt am Dienstag wieder ein wenig. Nach dem Schwarzen Montag gelang dem Dax zeitweise wieder der Sprung über die Marke von 11.000 Punkte.

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