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Kohlekraftwerk in Schanghai: China wird schon in diesem Jahr die Vorkrisen-Emissionen übertreffen.
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Kohlekraftwerk in Schanghai: China wird schon in diesem Jahr die Vorkrisen-Emissionen übertreffen.

Umwelt

Mit Vollgas in die Klimakrise: Emissionen steigen

  • Joachim Wille
    VonJoachim Wille
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Die G20-Staaten sind weit entfernt vom 1,5 Grad-Kurs. Emissionen steigen mit der Corona-Erholung wieder an.

Glasgow - Die G 20-Staaten spielen eine Schlüsselrolle beim Klimaschutz. Denn die in dieser Gruppe zusammengefassten 19 Industrie- und Schwellenländer plus die EU sind für gut 75 Prozent der globalen Emissionen verantwortlich. Ein Report zum Klimagipfel in Glasgow, der in gut zwei Wochen beginnt, zeichnet nun ein besorgniserregendes Bild. Die Fortschritte seien insgesamt viel zu klein, um das 1,5 Grad-Limit des Pariser Klimaabkommens einzuhalten. Zudem habe sich die Lage mit Abflauen der Corona-Pandemie sogar noch verschlimmert. Der CO2-Ausstoß wächst, statt zu sinken.

Der „Climate Transparency-Report“ analysiert jährlich den Fortschritt der G 20 auf dem Weg zur Klimaneutralität. Die neue Ausgabe zeigt nun: Die Erwartung aus dem vorigen Jahr, der Corona-Einschnitt könne eine Trendwende auslösen, hat sich nicht erfüllt. Die Emissionen steigen nach dem Rückgang 2020, der im Schnitt sechs Prozent betrug, überall wieder an und drohen zum Teil die Werte von 2019 sogar zu übertreffen. Zudem ist nur ein Bruchteil der Corona-Wiederaufbauhilfen in nachhaltige Bereiche investiert worden, nämlich 0,3 von 1,8 Billionen US-Dollar.

China und Indien heizen dem Klima ein

Die Schwellenländer Argentinien, China, Indien und Indonesien werden den Prognosen zufolge schon in diesem Jahr die Vorkrisen-Emissionen von 2019 wieder übertreffen. Das ist besonders bedenklich, da mit China und Indien die Nummern eins und drei der größten globalen Einheizer darunter sind.

Jan Burck von Germanwatch, einer der Autoren des Reports, kommentiert: „Der sogenannte Rebound-Effekt – das Wieder-Hochschnellen der Emissionen nach einem deutlichen Rückgang in der Corona-Krise – fällt sehr groß aus.“ Steuern die die G 20 jetzt nicht sehr zügig um, drohe das 1,5 Grad-Limit unerreichbar zu werden.

Keines der Klimaziele der G 20-Staaten ausreichend für das Einhalten des 1,5 Grad-Limits

Laut dem Weltklimarat IPCC ist in etwa eine Halbierung der globalen CO2-Emissionen bis 2030 nötig, um auf einen Pfad für das 1,5 Grad-Limit zu kommen. Der Bericht zeigt, dass keines der Klimaziele der G 20-Staaten ausreichend für das Einhalten des 1,5 Grad-Limits ist. Kollektiv steuern die Staaten auf eine Erderwärmung um 2,4 Grad zusteuert.

Laut dem Bericht steigt der Anteil von Solar- und Windenergie an der Elektrizitätsversorgung in den G 20 zwar schnell an, allerdings nimmt auch der Verbrauch von Kohle und Erdgas wieder zu. Es wird erwartet, dass der Ökostrom-Anteil in den G 20 bis Ende dieses Jahres immerhin knapp 30 Prozent erreicht. Parallel wächst jedoch auch die Kohlenutzung 2021 geschätzt um fünf Prozent, während der Erdgasverbrauch bereits zwischen 2015 und 2020 um zwölf Prozent gestiegen ist.

Emissionen: Auch Deutschland kein Vorbild in der Klimakrise

Für den früheren Klimavorreiter Deutschland gibt der Report ein schlechtes Zeugnis. Er ist fast in keinem Bereich mehr vorne dran, anders als zum Beispiel Großbritannien, das bei den zentralen Klimaschutzmaßnahmen in fünf von neun Bereichen zur Spitze gehört. Die Bundesrepublik schaffte es kein einziges Mal in die höchste Kategorie. „Viele andere G20-Staaten haben in den vergangenen Jahren größere Schritte gemacht als Deutschland“, sagt Burck. Sie hätten sich zum Beispiel ehrgeizigere Ziele gesetzt beim Ausstieg aus Kohle und fossilen Verbrennungsmotoren und seien zuletzt deutlich engagierter beim Ausbau von Wind- und Solarenergie gewesen.

„Climate Transparency“ ist eine internationale Partnerschaft, in der Forschungsorganisationen und NGOs aus 14 G 20-Ländern zusammenarbeiten, aus Deutschland neben Germanwatch unter anderem das New Climate Institute. (Joachim Wille)

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