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Weiterhin nehmen vor allem Frauen lange Elternzeit.

Niedriges Elterngeld

Elterngeld „light“

Sehr viele Mütter bekommen nur den Mindestbetrag für ihre Auszeit.

Jede vierte Mutter, die Elterngeld bezieht, erhält lediglich den Mindestbetrag. Dieser liegt bei 300 Euro für das Basiselterngeld und beim Elterngeld Plus bei 150 Euro im Monat. Betroffen davon sind etwa 352 000 Frauen in Deutschland. Unter den Vätern ist es jeder zwölfte, der nur den Mindestbetrag erhält. Das geht aus der Antwort des Bundesfamilienministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vorliegt.

Ein deutlicher Unterschied zeichnet sich laut Ministerium bei den Leistungsbezieherinnen zwischen Ost und West ab: In den alten Ländern ist der Anteil der Frauen, die lediglich den Mindestbetrag des Basiselterngeldes bezogen haben, deutlich größer: In Bremen ist er mit 35 Prozent am höchsten, es folgen das Saarland (31 Prozent), Hessen (28 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (28 Prozent). Am geringsten ist der Anteil in Thüringen (16 Prozent) sowie Sachsen und Brandenburg (je 17 Prozent).

Der Mindestbetrag beim Elterngeld, den Eltern ohne oder mit geringem Einkommen erhalten, ist seit der Einführung des Elterngeldes im Jahr 2007 nicht erhöht worden. Katrin Werner, familienpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke, kritisiert das: „Allein um die Inflation auszugleichen, müsste der Mindestbetrag beim Elterngeld um 50 Euro und beim Elterngeld Plus um 25 Euro angehoben werden.“ Um insbesondere Mütter und Familien mit geringem Einkommen zu unterstützen, müsse der Mindestbetrag beim Elterngeld auf 400 Euro und beim Elterngeld Plus auf 200 Euro angehoben werden. Gleichzeitig fordert Werner: „Es muss endlich eine jährliche Anpassung des Mindestbetrags an die Inflationsentwicklung ins Gesetz aufgenommen werden.“

Insgesamt ist der Anteil von Geringverdienern unter den Elterngeldbeziehern hoch, schreibt das Familienministerium: Fast drei von vier Frauen, die 2019 Elterngeld bezogen, erhielten davon weniger als 1000 Euro im Monat. Auch hier liegen die westdeutschen Bundesländer vorn. Unter den Männern lagen lediglich 31 Prozent unter dieser Grenze. „Die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen für gleiche und gleichwertige Arbeit kann man auch an den Zahlen zum Elterngeld ablesen“, sagt Werner.

Aus dem Schreiben geht zudem hervor, dass Frauen durchschnittlich 14,3 Monate Elterngeld beziehen, Männer nur 3,7.

Von einer Regelung für die Zeit der Corona-Pandemie, durch die Eltern in systemrelevanten Berufen ihre Elterngeldmonate verschieben können, machen indes nur wenige Eltern Gebrauch. Bundesweit haben nur 288 Elternteile einen Antrag auf Verschiebung gestellt. 86 Prozent davon sind Väter.

Es sei an der Zeit, das Elterngeld auf mehr Partnerschaftlichkeit auszurichten, so Werner: „Das Elterngeld sollte zwölf Monate für jedes Elternteil gezahlt werden und diese dürfen nicht übertragbar sein“.

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