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Elon Musk lässt Deal mit Twitter platzen - Twitter kündigt rechtliche Schritte an

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Von: Katja Thorwarth

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Elon Musk will den Twitter-Deal platzen lassen.
Elon Musk will den Twitter-Deal platzen lassen. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Elon Musk will den Deal zum Kauf von Twitter platzen lassen. Doch der Kurzbotschaftendienst kündigt juristische Schritte an.

San Francisco - Der High-Tech-Milliardär Elon Musk lässt die Vereinbarung zum geplanten Kauf des Kurzbotschaftendienstes Twitter platzen. Das ging am Freitag aus einem von der US-Börsenaufsicht SEC veröffentlichten Schreiben von Musks Anwälten an Twitter hervor. Der Gründer des Elektroautobauers Tesla und reichste Mensch der Welt wirft der Online-Plattform demnach vor, gegen Vorgaben der Übernahmevereinbarung verstoßen und anscheinend „falsche und irreführende“ Angaben gemacht zu haben.

Die Online-Plattform habe dem Gründer des Elektroautobauers Tesla nicht alle angeforderten Informationen zu Spam- oder Fake-Konten bei Twitter übergeben. Musk mache deswegen von seinem Recht Gebrauch, die Abmachung zu „kündigen“ und das Kaufvorhaben „aufzugeben“, schreiben die Anwälte.

Musk will Twitter nicht mehr kaufen: Langes juristisches Nachspiel

Twitter will seinerseits Musk mit juristischen Mitteln zu einem Vollzug des Kaufs zwingen. Twitter-Verwaltungsratschef Bret Taylor schrieb am Freitag auf der Online-Plattform, das Unternehmen wolle „die Transaktion zu dem Preis und zu den Bedingungen, die mit Herrn Musk vereinbart wurden, abschließen“. Der Twitter-Verwaltungsrat werde deswegen rechtliche Schritte einleiten, um den Kauf durchzusetzen.

Das sich jetzt abzeichnende juristische Nachspiel könnte langwierig und teuer werden. Die im April getroffene Vereinbarung sieht eine Entschädigung von bis zu einer Milliarde Dollar vor, wenn sich eine Partei zurückzieht.

Musk zweifelt schon lange öffentlich an Twitter-Zahlen

Elon Musk hatte schon seit Wochen die Twitter-Zahlen öffentlich angezweifelt, was von Beobachtern als Versuch interpretiert wurde, zumindest den Preis zu drücken. Zu seinem Gebot wäre der Deal mehr als 44 Milliarden Dollar (rund 43 Milliarden Euro) schwer, während Twitter an der Börse zuletzt rund 28 Milliarden Dollar wert war.

Musk versuchte bereits seit Mitte Mai, angeblich falsche Schätzungen von Twitter zur Zahl der Spam- und Fake-Accounts zum Thema zu machen. So erklärte er den Übernahmedeal deswegen bereits für ausgesetzt. Musks Anwälte erklärten nun, Twitter habe es seit fast zwei Monaten versäumt, Musk und seinem Beraterstab die benötigten Datenzugänge zur Verifizierung der Angaben zu Fake-Accounts bereitzustellen. Sie bezeichnen das als einen so schweren Bruch der Vertragsbedingungen, dass die Kaufvereinbarung aufgelöst werden könne. (ktho/AFP)

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