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Altersvorsorge: Wie hoch ist eine gute Rente?

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Von: Karolin Schäfer

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Die Rentenlücke ist groß. Da das Rentenniveau derzeit bei 48 Prozent liegt, müssen Rentner:innen also mit etwas weniger als der Hälfte des bisherigen Einkommens auskommen.
Die Rentenlücke ist groß. Da das Rentenniveau derzeit bei 48 Prozent liegt, müssen Rentner:innen also mit etwas weniger als der Hälfte des bisherigen Einkommens auskommen. © Michael Bihlmayer/imago

Die gesetzliche Altersrente orientiert sich am Durchschnittseinkommen aller Versicherten. Je höher das Einkommen, desto mehr Rente gibt es.

Frankfurt – Die Rente in Deutschland reicht für viele Senior:innen kaum zum Leben. Nach Angaben des Bundessozialministeriums stehen jeder fünften Rente beziehenden Person monatlich weniger als 500 Euro zur Verfügung. Corona-Pandemie, Energiekrise sowie steigende Kosten für Lebensmittel und Sprit bedeuten eine zusätzliche Belastung für den Geldbeutel.

Doch was bedeutet es eigentlich, eine gute Rente zu haben? Wie hoch müsste die monatliche Rentenhöhe ausfallen, um finanziell den wohlverdienten Ruhestand genießen zu können?

Rente orientiert sich an Durchschnittsbruttolohn

Um die Höhe der Rente zu ermitteln, müssen viele Faktoren berücksichtigt werden, allem voran aber das Einkommen. Dieses wird in Relation zum Durchschnittsbruttolohn aller gesetzlich Versicherten gesetzt. Der Durchschnittsbruttolohn liegt nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung derzeit bei 38.901 Euro, das wären monatlich etwa 3242 Euro. Bei der Ermittlung des monatlichen Beitrages werden dann sogenannte Entgeltpunkte entscheidend.

„Die Höhe der Entgeltpunkte ergibt sich unter anderem aus dem Verhältnis des Einkommens des Versicherten mit dem Durchschnittseinkommen aller Versicherten“, informierte die Deutsche Rentenversicherung. Wer also exakt den Durchschnittsverdienst von 38.901 Euro erreicht hat, erhält einen Rentenpunkt. Liegt das Einkommen darunter, etwa bei der Hälfe, würde es nur 0,5 Rentenpunkte geben. Je niedriger das Einkommen im Vergleich zum Durchschnittslohn, desto weniger Entgeltpunkte gibt es.

Das bekommen Rentner:innen mit Durchschnittseinkommen nach 45 Jahren

Als beliebtes Rechenbeispiel wird häufig die Standardrente, auch Eckrente genannt, verwendet. Damit wird das Standardrentenniveau berechnet, mit dem Rentner:innen nach 45 Beitragsjahren sowie dem verdienten Durchschnittseinkommen rechnen können. Dementsprechend würden gesetzlich Versicherte für jedes Jahr einen Rentenpunkt erhalten. Im vergangenen Jahr betrug die Standardbruttorente im Westen 1538,55 Euro und im Osten 1506,15 Euro.

Da das Rentenniveau derzeit bei 48 Prozent liegt, müssen Rentner:innen also mit etwas weniger als der Hälfte des bisherigen Einkommens auskommen. Allerdings beläuft sich bei vielen das Gehalt nicht auf das Durchschnittsbruttoeinkommen. So befanden sich laut Statistischem Bundesamt im vergangenen Jahr einige Berufe am unteren Ende der Gehaltsliste.

BrancheBruttogehalt pro Monat (2021)
Beherbergung2116 Euro
Gastronomie2156 Euro
Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften2494 Euro

Rente: Diese Branchen zählen zu den Topverdienern

Zu den top verdienenden Branchen zählten 2021 dagegen „Gewinnung von Erdöl und Erdgas“ (6.617 Euro), „Kokerei und Mineralöl­verarbeitung“ (6.410 Euro) und „Rundfunk­veranstalter“ (6018 Euro). Für eine gute Rente ist also ein hohes Einkommen erforderlich. Wer später 2000 Euro beziehen möchte, benötigt insgesamt 60 Entgeltpunkte. Wie infranken.de berichtete, entspräche das einem Bruttolohn von mindestens 4.500 Euro – und das 45 Jahre lang.

Aus der Verdienst­struktur­erhebung 2018 des Statistischen Bundesamts geht allerdings hervor, dass zwei von drei Vollzeit­beschäftigten (63 Prozent) weniger verdienen als der Durch­schnittswert. Lediglich ein Drittel (37 Prozent) der Deutschen erzielt höhere Verdienste und zieht damit auch den Durchschnittswert, an dem sich die Rentenhöhe orientiert, nach oben.

So viel Rente gibt es im Durchschnitt in Deutschland

Laut Deutscher Rentenversicherung erhielten im Jahr 2021 Männer beim Eintritt in die Altersrente durchschnittlich 1203,53 Euro. Frauen bekamen dagegen im Schnitt 856,05 Euro. Davon werden noch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge sowie Steuern abgezogen. Sonderlich viel bleibt dann nicht mehr zum Leben. Viele müssen daher, wenn möglich, privat vorsorgen.

In diesem Jahr dürfte es im Durchschnitt für jeden etwas mehr gegeben haben. Denn: Ab dem 1. Juli 2022 hat die Bundesregierung die Rente erhöht. Die Bezüge im Westen Deutschlands haben sich im Juli um 5,35 Prozent und im Osten des Landes um 6,12 Prozent erhöht. (kas)

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