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Deutsche-Post-Chef Frank Appel.
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Deutsche-Post-Chef Frank Appel.

Managergehälter

Einige Millionen weniger

  • Antje Mathez
    VonAntje Mathez
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Die Vergütungen der Dax-30-Chefs sinken in der Krise.

Kurzarbeitergeld, Jobabbau, massive Einkommensverluste – in der Corona-Krise haben viele Menschen in Deutschland im vergangenen Jahr mit Geldproblemen kämpfen müssen. Den „fat cats“, wie die Vorstandsvorsitzenden der Dax-Unternehmen angesichts ihrer millionenschweren Vergütungen gerne genannt werden, erging es da besser. Von existenziellen Sorgen sind die Chefs der 30 größten deutschen Unternehmen weit entfernt, deutliche Einbußen mussten aber auch die meisten von ihnen hinnehmen. Das geht aus einer Auswertung der Geschäftsberichte des Jahres 2020 hervor, die die Unternehmensberatung hkp am Montag vorstellte.

Danach ist die durchschnittliche Gesamtvergütung der Top-Manager im Pandemiejahr 2020 um 28 Prozent auf rund 5,3 Millionen Euro gesunken. Im Jahr davor lag sie noch bei knapp 7,4 Millionen. „Das ist eine Zäsur, Corona hat auch die Vergütung stark gebeutelt“, sagte hkp-Partner Michael Kramarsch. Nie zuvor seit der verpflichtenden Veröffentlichung individueller Vorstandsvergütungen habe es einen so deutlichen Rückgang im Durchschnitt der Vergütungshöhen gegeben.

Noch viel deutlicher haben allerdings die Konzerngewinne gelitten. Im Schnitt verzeichneten die Unternehmen einen Rückgang von 45 Prozent, wobei das Bild aber sehr uneinheitlich ist. Im Gegensatz zur Finanzkrise 2008/2009, wo es durch die Bank zu massiven Verlusten kam, gibt es auch einige sogenannte Corona-Gewinner wie etwa den Sportartikler Adidas, der vom Trend zur Jogginghose profitierte. Oder der Softwareriese SAP, der auf der Digitalisierungswelle schwamm. Beide Vorstandschefs haben dafür im Pandemiejahr sogar Sonderzahlungen eingestrichen.

Insgesamt ging es aber nach unten mit den Bezügen – vor allem bei der variablen Vergütung, die an den Unternehmenserfolg gekoppelt ist. Der hkp-Auswertung zufolge sanken die Jahresboni im Schnitt um rund 38 Prozent. Die mehrjährigen variablen Bezüge, die zumeist auf Aktien basieren, verringerten sich um rund 41 Prozent. Die geringsten Einbußen verzeichneten die Topmanager bei der festen Grundvergütung (minus 1,5 Prozent).

In acht Konzernen verzichteten die Vorstandschefs im Krisenjahr 2020 gar auf einen Teil ihrer Grundvergütung. Dazu zählen etwa Lufthansa-Chef Carsten Spohr, der Daimler-Vorsitzende Ola Källenius und auch Adidas-Chef Kasper Rorsted. Letzterer verzichtete seit Juni 2020 auf 50 Prozent seines Festgehalts – das sind monatlich über 80 000 Euro. Gestrichen wurden auch seine kurz- und langfristigen Boni für 2020. Das war Auflage für die drei Milliarden Euro schwere Staatshilfe, die dem Konzern zugebilligt wurde. Der weiter vorne erwähnten Sonderzahlung für Rorsted tat das aber keinen Abbruch.

Spitzenverdiener mit dem im vergangenen Jahr einzigen zweistelligen Millionengehalt war Deutsche-Post-Chef Frank Appel mit etwas mehr als zehn Millionen Euro. Dafür ist aber nicht nur der Paketboom in Pandemiezeiten verantwortlich, der der Tochter DHL das beste Jahr in ihrer Geschichte beschert hat. Bei Appel kam auch zum Tragen, dass Teile der mehrjährigen Vergütung aus der Vergangenheit fällig wurden. Und hier spielt der Unternehmenserfolg, der sich im Aktienkurs spiegelt, doch wieder eine Rolle. Auf Platz zwei des hkp-Rankings folgt der inzwischen abgelöste Siemens-Chef Joe Kaeser mit 9,3 Millionen Euro. Am wenigsten bekam der Kopf von Beiersdorf, Stefan De Loecker, mit 2,1 Millionen Euro.

Eingerechnet in die Vergütungsanalyse wurden auch Altersversorgung, Nebenleistungen sowie Dienstwagen und Versicherungen.

Unterm Strich zeigt die Auswertung, dass die Bezüge zwar deutlich, aber nicht so stark wie die Gewinne der meisten Konzerne gesunken sind. „Das ist Pay for Performance“, sagte Kramarsch, also Verdienst nach Leistung. Denn die Vorstandsvergütung sei langfristig ausgerichtet „und die Jahre vor Corona waren ja sehr gut“.

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