Deutsche Börse

Eher eine Evolution

Deutsche-Börse-Chef Weimer sieht keinen Grund für eine grundsätzliche Strategieänderung.

Nach einem Gewinn auf Rekordniveau dämpft Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer die Erwartungen an die für Mai angekündigte neue Strategie. „Angesichts der Ergebnisse, angesichts dessen, wo wir stehen, gibt es keine Notwendigkeit, das Ruder herumzureißen oder die Richtung fundamental zu ändern“, sagte Weimer am Dienstag bei der Bilanzvorlage des Dax-Konzerns in Frankfurt. „Wachstum aus eigener Kraft bleibt für uns eine starke Priorität.“

Am 28. Mai will das Management Investoren bei einem Kapitalmarkttag in London die Pläne für die nächsten drei Jahre vorstellen: „Compass 2023“. Die Strategie werde „eher evolutorischen Charakter“ haben, sagte Weimer, dessen Vertrag gerade bis Ende 2024 verlängert wurde.

Das Jahr 2020 sei gut angelaufen, sagte Weimer. Angepeilt ist in diesem Jahr ein Anstieg der Nettoerlöse aus eigener Kraft von mindestens fünf Prozent. Zudem strebt der Vorstand eine Steigerung des um Sondereffekte bereinigten Gewinns auf rund 1,20 Milliarden Euro an. Das wäre ein Plus von etwas mehr als acht Prozent.

Im vergangenen Jahr profitierte der Frankfurter Marktbetreiber davon, dass wegen der Verunsicherung infolge von Handelskonflikten und des Dramas um den Brexit mehr gehandelt wurde. Auch die Stärkung des Index-Geschäftes mit der Übernahme des Anbieters Axioma machte sich bezahlt. Zudem sicherte sich die Deutsche-Börse-Tochter Clearstream kürzlich 51 Prozent der UBS-Fondsvertriebsplattform Fondcenter.

Für mögliche weitere Zukäufe hat die Deutsche Börse nach Weimers Angaben derzeit zwei Milliarden Euro zur Verfügung. Zu möglichen Übernahmezielen hielt er sich bedeckt und verwies auf den Kapitalmarkttag Ende Mai. Weimer ist nach früheren Angaben unter anderem auf der Suche nach Verstärkung im Devisenhandel.

Die Nettoerlöse legten 2019 zum Vorjahr um sechs Prozent auf rund 2,94 Milliarden Euro zu, wie der Konzern bereits am Montagabend mitgeteilt hatte. Unter dem Strich stand ein Gewinn von knapp über einer Milliarde Euro (Vorjahr: 824,3 Mio Euro). Bereinigt um Sondereffekte wie Kosten für Übernahmen und Stellenabbau lag der Überschuss bei gut 1,1 Milliarden Euro.

Im Geschäftsjahr 2008 hatte die Deutsche Börse erstmals in ihrer Unternehmensgeschichte mehr als eine Milliarde Euro Überschuss erzielt: 1,033 Milliarden Euro. (dpa)

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