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Für neue Offshore-Windparks werden hohe gesetzliche Vergütungen gezahlt.

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EEG-Umlage steigt um fünf Prozent

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Für Strom müssen Verbraucher im kommenden Jahr tiefer in die Tasche greifen. Was den Preis treibt - und was Kunden tun können.

Strom wird im nächsten Jahr deutlich teurer – nicht nur, weil die Verbraucher mehr für die Förderung der Erneuerbaren zahlen müssen.

Was wissen wir schon über die Strompreise im nächsten Jahr?
Die Bundesnetzagentur (BnetzA) hat am Dienstag bekannt gegeben, dass die EEG-Umlage 2020 um gut fünf Prozent auf 6,756 Cent pro Kilowattstunde steigen wird. Bislang waren es 6,405 Cent. Ein neuer Rekord. Haushalte müssen diese Umlage mit der Stromrechnung zahlen. Sie war zuletzt zweimal gesenkt worden. Das Geld wird zur Förderung von Sonnen-, Windstrom und anderen regenerativen Energieträgern verwendet. Grund für die Steigerung ist laut BnetzA vor allem, dass bei Windparks im Meer, die derzeit in Betrieb genommen werden, hohe, gesetzlich garantierte Vergütungen gezahlt werden.

Wie macht sich das für die Stromkunden bemerkbar?
Die EEG-Umlage steht für knapp ein Viertel des Gesamtpreises beim Strom. Ein weiteres Viertel machen die Gebühren für die Nutzung des Netzes aus. Auch hier zeichnet sich ein spürbarer Anstieg ab. Nach aktuellem Stand müssen Haushalte mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden im Bundesschnitt mit einem Plus um 16 Euro auf 293 Euro (ohne Mehrwertsteuer) im nächsten Jahr rechnen. Wobei die Aufschläge unterschiedlich ausfallen. Unter anderem in Niedersachsen werde das Plus mit acht Prozent besonders stark zu Buche schlagen. In Brandenburg gebe es hingegen nur eine Verteuerung von zwei Prozent - so die Berechnungen des Verbraucherportals Verivox.

Gibt es weitere Posten, die die Strompreise steigen lassen?
Auch die Kosten der Versorger für den Stromeinkauf werden steigen. Denn die Notierungen an den Strombörsen sind gestiegen. So kann insgesamt gut und gerne ein Plus von fünf Prozent zusammenkommen. Der Verivox-Energieexperte Valerian Vogel rechnet damit, dass „eine Familie mit Mehrkosten von bis zu 60 Euro im Jahr“ rechnen muss.

Was können Verbraucher tun?
Erhöht der Versorger die Preise, kann der Kunde den Stromliefervertrag kündigen und sich einen preiswerteren Anbieter suchen. Laut Verivox sind die Preisspannen zwischen Standard-Tarifen und Discount-Offerten zuletzt immer stärker gestiegen. Allerdings sollten sich Verbraucher vor einem Wechsel das Kleingedruckte in den Verträgen genau anschauen. Nicht selten gibt es Fallen, die sehr teuer werden können.

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