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EEG-Umlage könnte 2019 sinken

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Ob dann auch der Strompreis für die Verbraucher fällt, ist noch längst nicht ausgemacht.

Die EEG-Umlage sorgte einst für heftigen Ärger bei Verbrauchern. Schließlich gab es über mehrere Jahre erhebliche Erhöhungen. Doch nun kommt die frohe Botschaft, dass es im nächsten Jahr eine Ermäßigung geben wird. Das kann auch auf den Gesamtpreis für den Strom durchschlagen. Derzeit muss jeder Stromkunde genau 6,79 Cent pro Kilowattstunde zahlen, um die erneuerbaren Energien zu fördern. Nach verschiedenen Berechnungen wird die Umlage für 2019 auf einen Wert zwischen 6,4 und 6,6 Cent sinken. Die offizielle Zahl will die Bundesnetzagentur am Montag bekannt geben.

Der Hintergrund: Wind- und Sonnenstrom werden zu gesetzlich festgelegten Entgelten ins Netz eingespeist. Die großen Netzbetreiber verkaufen die elektrische Energie an der Strombörse. Dabei erzielen sie aber Einnahmen, die in der Regel unter den fixen Vergütungssätzen liegen. Die Netzbetreiber machen mit dem Verkauf der Öko-Energie also Verluste. Diese werden über die EEG-Umlage ausgeglichen. Die Fehlbeträge werden aber geringer, wenn elektrische Energie am Strommarkt insgesamt teurer wird. 

Genau das ist in den vergangenen Monaten geschehen. Denn die Betreiber von Kohle- und Gaskraftwerken müssen einerseits bei Brennstoffen und andererseits bei CO2-Verschmutzungszertifikaten seit mehreren Monaten erhebliche Aufschläge hinnehmen. Felix Matthes, Forschungskoordinator für Energie- und Klimapolitik beim Öko-Institut, wagt die Prognose, dass die Kosten für die konventionellen Anlagen hoch bleiben werden. Deshalb erwarte er auch für 2020, „in jedem Fall eine weitere spürbare Senkung der Umlage“, sagte Matthes der FR.

Die Verbraucher werden demnach bei der Komponente, die etwa ein Fünftel des Strompreises ausmacht, entlastet. Doch wie sieht es mit der Gesamtrechnung aus? Die Einschätzungen der Branchenkenner liegen da weit auseinander. So prognostizieren die Experten des Portals Verivox, dass die Kunden just die gestiegenen Großhandelspreise schon im nächsten Jahr zu spüren bekommen: „Wir gehen von einer kurz- bis mittelfristigen Erhöhung des durchschnittlichen Preisniveaus von zwei bis fünf Prozent aus“, so ein Sprecher. 

Blieben die Großhandelspreise längerfristig auf ihrem hohen Niveau, könne sich der Anstieg 2020 noch weiter beschleunigen. Für Matthes ist hingegen klar: „Die Strompreise für Privatkunden werden im nächsten und im übernächsten Jahr sinken.“

Der Grund für die konträren Szenarien: Alles hängt von den jeweiligen Strategien der Versorgungsunternehmen ab. Beim Einkauf der elektrischen Energie wird immer gemischt. Ein Teil wird häufig kurzfristig an der Börse gekauft. Ein Versorger, der sich darauf stark verlässt, muss nun deutlich tiefer in die Tasche greifen. Hinzu kommen in der Regel aber auch Lieferverträge, die Laufzeiten bis zu drei Jahre haben. Zahlreiche Kontrakte wurden abgeschlossen, als Strom noch viel billiger war. „Das bedeutet, dass die Unternehmen in jedem Fall für das nächste und für das übernächste Jahr aufgrund bestehender Verträge relativ günstigen Strom erhalten werden“, betont Matthes. 

Fraglich ist allerdings, ob die Stadtwerke und andere Anbieter die günstigeren Einkaufskonditionen dann auch tatsächlich an die Kunden weitergeben.

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