Austauschbare Batterien, recycelte Materialien und noch einiges mehr steht auf der To-do-Liste der E-Scooter-Anbieter. dpa
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Austauschbare Batterien, recycelte Materialien und noch einiges mehr steht auf der To-do-Liste der E-Scooter-Anbieter. 

E-Roller in der Stadt

E-Scooter sollen nachhaltiger werden

  • Daniel Baumann
    vonDaniel Baumann
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Drei führende europäische Anbieter verabreden sich, hohe Umweltstandards einzuhalten.

Es geht um den Schutz der Umwelt und um Arbeitsbedingungen: Drei führende europäische E-Scooter-Anbieter haben sich gemeinsam zu mehr Nachhaltigkeit verpflichtet. „Nachhaltigkeit ist der Kern unserer Branche“, schreiben die Gründer der Firmen Voi, Dott und Tier. „Es ist wichtig, dass wir Verantwortung für unsere Praktiken übernehmen und die höchsten Standards einhalten.“ Sie riefen andere Anbieter dazu auf, sich ihrer Initiative anzuschließen. Diese soll von einem unabhängigen Gremium überwacht werden.

Die Unternehmen haben sich klare Vorgaben gemacht, die zum Teil schon in diesem Jahr umgesetzt werden sollen. Dazu zählt, dass nur noch E-Scooter angeschafft werden sollen, deren Batterien austauschbar sind. Außerdem sollen alle Lagerhäuser nur noch mit grüner Energie betrieben werden. Ab 2021 sollen für alle neuen E-Scooter mindestens 20 Prozent recycelte Materialien verwendet werden. Zudem plant man, nur noch Elektrofahrzeuge zum Warten der Flotten zu verwenden.

Darüber hinaus verpflichten sich die E-Scooter-Anbieter, ihren Beschäftigten Löhne zu zahlen, die ein geregeltes Auskommen garantieren und auf Auftragsvergaben zu Kleinstbeträgen über Freiberufler-Plattformen („Gig-Economy“) zu verzichten. Während des gesamten Lebenszyklus der E-Scooter sollen die Kohlenstoffemissionen berechnet und kompensiert werden. Auch wollen die Firmen das Risiko vermindern, dass E-Scooter in Gewässern landen und ihre Ressourcen bündeln, um diese aus dem Wasser zu holen. Funktionstüchtige E-Scooter dürfen nicht mehr verschrottet werden, stattdessen sollen für aussortierte Geräte alternative Einsatzmöglichkeiten gesucht werden. Alle Einzelteile, die nicht mehr verwendet werden können, sollen recycelt werden.

Mit diesen Maßnahmen reagieren die Unternehmen auf eine ganze Reihe von Vorwürfen, die im Zusammenhang mit den noch relativ jungen E-Tretrollern aufgekommen sind. Der deutsche Anbieter Tier hatte schon zuvor Kritikpunkte ausgeräumt. Zuletzt kündigte das Unternehmen an, Helme einzuführen, um schwere Sturzverletzungen zu vermeiden.

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