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Mindestens 70 000 Euro kostet der EQC 400 von Mercedes.

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IAA in Frankfurt: Die E-Autos fahren vor

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Auf der IAA stellen die Hersteller ihre Stromer vor – sie kosten viel Geld und kommen höchstens 400 Kilometer weit.

Die Präsentationen der deutschen Autobauer am Dienstag auf der IAA hatten einiges gemeinsam. Überall waren Windräder zu sehen. Alle Vorstandschefs und Spitzenmanager legten ein Bekenntnis zum Klimaschutz ab. Nachhaltig ist in diesen Tagen eine der Lieblingsvokabeln in der Branche. Und Daimler-Chef Ola Källenius formulierte, was sämtliche Autobauer als ihre zentrale Botschaft verbreiten wollten: „Wir sind elektrisch.“ Er sagte das, als auf der großen Bühne in der Frankfurter Festhalle eine breite Phalanx an Mercedes-Modellen aufgefahren war. Allerdings waren die allermeisten nur teilelektrisch, also Plug-in-Hybride. Trotz aller Bekenntnisse sind die reinrassigen Stromer auf der Autoschau vielfach noch im Hintertreffen.

Wer sich demnächst ein E-Fahrzeug kaufen will, hat es gar nicht so leicht. Auf der Festhallenbühne stand zwar auch ein EQC von Mercedes. Ein wuchtiges SUV, das nach Werksangaben eine beruhigende Reichweite von mehr als 400 Kilometer hat. Aber für den Wagen muss der Käufer auch die stolze Summe von mindestens 70 000 Euro hinlegen. Das sind aber immerhin noch gut 10.000 Euro weniger als für einen E-Tron, der am Audi-Stand steht. Dafür kann der Sportgeländewagen aber auch eine Leistung von 360 PS entfalten. Die wuchtigen Fahrzeuge mit dem höheren Einstieg sind ein Trend in der Elektromobilität, der insbesondere bei den sogenannten Premiumherstellern zu erkennen ist. Sie sind auch als Rivalen des weltweit erfolgreichen Model X von Tesla konzipiert.

Ein Smart EQ fortwo.

Wer kompakte Stromer für kleinere Geldbeutel sucht, muss sich schon etwas genauer umschauen. Immerhin stand aber auf der Festhallenbühne auch ein elektrischer Smart der neuesten Generation. Er ist als agiler zweisitziger Cityflitzer konzipiert. „Mit einem Smart kannst du in Stadt und Umland alles erreichen: bis zu 159 Kilometer Reichweite sind dafür mehr als genug“, heißt es auf der Website der Kleinstwagenmarke von Daimler. Allerdings muss der Käufer auch dafür mehr als 20.000 Euro hinblättern. Für das gleiche Geld gibt es erheblich mehr Auto, wenn der Kunde doch wieder einen Verbrenner kauft. Die Batterie macht den Unterschied. Sie ist der mit Abstand teuerste Kostenposten bei den Autos mit den neuen Antrieben. Das bedeutet: Mit steigender Reichweite steigen auch die Preise. So kommt der Elektro-Corsa von Opel zwar bei vorsichtiger Fahrweise zwar gut 300 Kilometer weit. Aber der Rüsselsheimer Autobauer gibt auch einen Listenpreis ab 29.900 Euro an. Das hemmt die Elektromobilität. Laut Kraftfahrtbundesamt wurden im August gerade einmal 5001 Stromer neu zugelassen. Das entspricht einem Marktanteil von 1,6 Prozent.

Audi zeigt den PB18 E-Tron.

Renault-Chef Thierry Boloré hat das Problem erkannt. Die Preise für E-Autos müssten dramatisch sinken, sagte er dem Handelsblatt. Aber man dürfe nichts überstürzen. Damit die neue Mobilität auch tatsächlich nachhaltig wird, müsse sie auch profitabel sein. Boloré ist gleichwohl fest davon überzeugt, dass es weniger als fünf Jahre dauern wird, bis es in Europa Elektroautos für 10 000 Euro geben werde. Der Renault-Chef wettet damit auf die nächste Generation der Batterien, die über eine höhere Leistungsdichte verfügen, bei denen das Recycling einfacher funktioniert und bei denen weniger Seltene Erden benötigt werden – das sind extrem teure Rohstoffe, die zudem vielfach unter höchst fragwürdigen Bedingungen gefördert werden. Zahlreiche Studien gehen davon aus, dass sich die Batteriepreise bis 2025 halbieren könnten. Auch weil Dutzende Großfabriken weltweit geplant sind, die jeweils riesige Stückzahlen herstellen können: Mit steigender Menge schrumpfen die Kosten pro Lithium-Ionen-Zelle.

Der VW-Prototyp ID.3.

Wem das zu lange dauert, der könnte auf die Idee kommen, sich einen E-Go bei dem gleichnamigen Aachener E-Auto-Start-up zu bestellen. Schließlich ist es mit einem Einstiegspreis von 15.900 Euro das bisher preiswerteste Elektroauto hierzulande. Doch nachdem der Ansturm auf das kleine Stadtauto riesig war und die erste Serie ausverkauft ist, müssen Kunden sich in Geduld üben. Selbst Vorbestellungen werden nur noch im Ausstellungsraum in Aachen und über zwei weitere Vertriebspartner angenommen. Das ist kein Einzelfall. Bei einer ganzen Reihe von Stromern sind die Lieferfristen enorm lang. Offensichtlich wurden Autobauer von wachsender Nachfrage überrascht.

Tesla

Spekulation: Will sich Volkswagen am kalifornischen Elektroautobauer Tesla beteiligen? Diese Spekulation kursiert bereits seit einiger Zeit im Markt und ist von den Wolfsburgern bislang zurückgewiesen worden. Nun hat Volkswagen-Großaktionär Wolfgang Porsche dem Thema wieder Schwung verliehen. In Frankfurt sagte er: „Man muss immer alles überlegen dürfen.“ Im Moment sei Tesla jedoch viel zu teuer. Für VW dürfte vor allem die Tesla-Software interessant sein.

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