Arbeitslose

Düstere Aussichten

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Regierung rechnet mit vielen Arbeitslosen.

Als „Tag der Wahrheit“ war dieser Mittwoch angekündigt worden, und die Wahrheit ist eine, die wehtut. Um 6,3 Prozent wird die deutsche Wirtschaft laut Prognose der Bundesregierung in diesem Jahr einbrechen. Das gab Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) bei der Vorstellung der sogenannten Frühjahrsprojektion bekannt. Die Corona-Krise hat damit schon jetzt ihren Platz in der Wirtschaftsgeschichte sicher. Ihre ökonomischen Folgen sind schwerwiegender als die aller bislang da gewesenen Krisen seit Gründung der Bundesrepublik. In der Finanzkrise 2009 war das Bruttoinlandsprodukt um 5,7 Prozent gesunken.

„Ich gebe zu, es gab schönere Anlässe und es gab optimistischere Ausblicke“, so Altmaier. Eine gute Nachricht immerhin hatte er im Gepäck: Im kommenden Jahr erwartet die Bundesregierung eine deutliche Erholung. 5,2 Prozent Wachstum könnten es 2021 sein, in den ersten Monaten des Jahres 2022 wäre dann das Vorkrisenniveau wieder erreicht.

Die Leistung der Weltwirtschaft wird nach Schätzungen der Bundesregierung in diesem Jahr um 2,8 Prozent sinken – in der globalen Finanz- und Börsenkrise 2009 waren es im Vergleich dazu mickrige 0,1 Prozent gewesen. Der Rückgang hat Folgen für die exportorientierte deutsche Industrie. „Die Nachfrage nach deutschen Gütern wird in den nächsten Wochen und Monaten rückläufig sein, und sie wird sich nur langsam wieder erholen“, sagte Altmaier. Unterbrochene Lieferketten kämen erschwerend hinzu, so dass er in diesem Jahr mit einem Rückgang der deutschen Exporte um 11,6 Prozent rechne.

Die Binnenwirtschaft werde ebenfalls in arge Mitleidenschaft gezogen. „Wir erwarten für 2020 einen Rückgang des privaten Konsums von etwa 7,4 Prozent“, so Altmaier. Auch bei Investitionen der Unternehmen erwarte die Regierung starke Rückgänge.

Das alles wird Folgen haben – auch für den Arbeitsmarkt. Das Jobwunder ist vorbei. Zwar hofft die Regierung, durch die massive Ausweitung von Kurzarbeit viele Entlassungen verhindern zu können. Dennoch geht sie in ihrer Projektion davon aus, dass der Arbeitsmarkt „stark unter Druck“ geraten wird. Um 370 000 Personen dürfte die Zahl der Erwerbstätigen in diesem Jahr zurückgehen. Gastronomie, Handel und unternehmensnahe Dienstleistungen sind besonders betroffen. Altmaier kündigte an, dass sein Ministerium an neuen Vorschlägen zur Unterstützung besonders notleidender Branchen arbeite.

Er betonte, dass alle Szenarien auf der Annahme schrittweiser Lockerungen der Corona-Einschränkungen ab Mitte Mai basierten. Zu Deutsch: Kommt die zweite Corona-Welle, wird der Wirtschaftseinbruch noch viel schlimmer.

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