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Der Vogel ist gelandet: ein Prototyp des Flugzeuges E195-E2 des brasilianischen Herstellers Embraer.

Luftfahrtmesse

Mit dem Drohnen-Taxi ins Büro

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In Le Bourget liegt das Augenmerk auf Lufttaxis für Stadtzentren. Bei den zivilen Großflugzeugen läuft das Geschäft rund, auch wenn die Bestellungen zurückgehen.

Ohrenbetäubende Düsenjets, gereckte Zuschauerhälse – und hinter den Kulissen diskrete Verhandlungen im Schutz sonnenbebrillter Türsteher: Die alle zwei Jahre stattfindende Luftfahrtmesse von Le Bourget bei Paris hat am Montag ihre Tore geöffnet.

Dieses Mal wird das weltgrößte Treffen der Luftfahrtbranche wohl keinen neuen Bestellungsrekord einspielen. Vor zwei Jahren hatten Airbus und sein US-Rivale Boeing zusammen fast 100 Milliarden Euro an Aufträgen eingefahren. Jetzt sind die Fluggesellschaften etwas knausriger. Der wichtigste Grund ist nicht sehr ökologisch: Wegen der niedrigen Ölpreise haben Carriers weniger finanzielle Anreize, die älteren Spritfresser ihrer Flotte abzustoßen und durch Neumaschinen mit geringerem Kerosinverbrauch zu ersetzen.

Die Bestellflaute dürfte allerdings nur vorübergehend sein. Laut einer neuen Branchenstudie wird sich der zivile Flugverkehr in den nächsten zwanzig Jahren verdoppeln. Das erfordert 35 000 neue Maschinen. Auch das amerikanische Beraterbüro Alix Partners geht von einer Zunahme des Passagiervolumens um jährlich vier bis fünf Prozent aus.

Bei Airbus sind die Auftragsbücher zudem mit weit über 6700 Maschinen gefüllt; Boeing kommt auf 5700. Neue Konkurrenten wie die chinesische Comac oder die russische Irkut – beide sind dieses Jahr mit ihren brandneuen Mittelstreckenflugzeugen zu Pionierflügen gestartet – drängen zwar in den Markt. Sie werden aber noch mindestens ein, wahrscheinlich eher zwei Jahrzehnte lang hinter den beiden Platzhirschen zurückbleiben.

Die Stammfehde von Airbus und Boeing geht auch in Le Bourget weiter, und wie üblich mit Elementen psychologischer Kriegsführung. Die Amerikaner präsentierten am Montag eine verlängerte Version des B737 und bemühten sich um erste Aufträge indischer und chinesischer Leasing-Firmen. Der joviale Airbus-Verkaufschef John Leahy tut den „Max10“ nur als „Mad Max“ ab. Boeing hat aber am Montag einen weiteren Pfeil aus dem Köcher gezogen – den 797. Diese Maschine soll ab 2024 bis zu 250 Passagiere 8300 Kilometer weit befördern können.

Le Bourget 2017 zeigt auch auf, wie schnell die Elektro-Technologie die Luftfahrt erobern wird. Dazu gehören Flugtaxis, die wie Drohnen funktionieren und den überlasteten City-Verkehr revolutionieren könnten. Airbus arbeitet an einem Projekt namens pop.up, bei dem sich ein fahrendes Elektro-Taxi in eine fliegende Drohne verwandeln lässt.

Die chinesische Firma Ehang entwickelt ihrerseits ein Modell: „184“ für Passagiere mit weniger als 100 Kilo Gewicht (einschließlich Handgepäck); vier Propeller erlauben einen Radius von 40 Kilometer, ideal zum Beispiel für den Weg vom Flughafen auf das Dach eines Büroturms in der City. Gesteuert wird das Ding aus der Ferne, so dass sich der Passagier wie in einem – allerdings sehr engen – Taxi wähnen darf.

Airbus will in zehn Jahren elektrisch betriebene Helikopter anbieten. Schluss ist dagegen mit dem groß angekündigten Pilotprojekt E-Fan, einem vollelektrischen Zweiplatz-Flugzeug. Das Eurokonsortium aus Franzosen, Deutschen, Briten und Spaniern setzt lieber auf die Hybridtechnik aus Sprit und Elektrobatterien. Letztere sollen langfristig auch Großraumflugzeuge bis zu 100 Passagiere antreiben. Die CO2-Einsparung wäre allerdings gering und würde im besten Fall 25 Prozent betragen.

Abgesehen davon entwickelt die neue Airbus-Tochter Aerial Drohnen für den Transport von Objekten in schwer zugänglichen Orten wie zum Beispiel Erdbebenzonen. Auch die rasche Datensammlung würde erleichtert. Die Hunderttausenden von Zuschauern, die nach den Geschäftstagen ab Freitag in Le Bourget erwartet werden, müssen sich aber teils mit bloßen Drohnen-Pilotstudien begnügen.

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