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Auch in der Landwirtschaft werden Drohnen eingesetzt.

Drohnen

Drohnen im Blindflug

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Telekom und DFS entwickeln Plattform für gewerbliche Nutzung.

Mit einem eigens gegründeten Unternehmen wollen die Deutsche Flugsicherung (DFS) und die Telekom den Markt für Drohnen in Deutschland erobern. Das Start-up Droniq werde künftig eine technische Plattform zur Ortung von Drohnen bereitstellen. Ziel sei es, mittelfristig mit einer Software „automatisierte Genehmigungen von Drohnenflügen anzubieten“, sagte der Chef der Deutschen Flugsicherung, Klaus-Dieter Scheuerle, bei der Präsentation der Unternehmung am Mittwoch in Frankfurt.

Drohnen können mit der herkömmlichen Luftsicherungstechnik bislang nicht sichtbar gemacht werden. Droniq bietet nun ein Modul an, das Drohnen über das Handynetz orten kann – sofern die Drohnen damit ausgerüstet sind. Das Angebot richte sich vor allem an Nutzer, die Drohnen zu professionellen Zwecken einsetzen, etwa bei der Vermessung, in der Landwirtschaft oder im Rettungsdienst.

Die DFS geht davon aus, dass derzeit bundesweit fast 500.000 Drohnen im Einsatz sind. Der überwiegende Teil davon werde privat genutzt. Die Anzahl der gewerblichen Drohnen schätzt die DFS auf 19.000, Tendenz stark steigend. Bis zum Jahr 2030 geht Scheuerle von 850.00 einsatzbereiten Drohnen aus, 126.000 davon in kommerzieller Nutzung.

Start mit zehn Mitarbeitern

Der Einsatz ist derzeit aber noch stark eingeschränkt. So sind Drohnenflüge ab einer Höhe von 120 Metern genehmigungspflichtig, eine solche Erlaubnis zu bekommen, kann aber dauern. Zudem müssen die Piloten von Drohnen, etwa bei Vermessungen, aus Sicherheitsgründen auf Sicht fliegen.

Telekom-Vorstand Tim Höttges entwarf am Mittwoch die Vision, Drohnen auf absehbare Zeit automatisiert und somit über größere Entfernungen navigieren zu können. „Gerade für die Steuerung der Drohnen sehe ich zukünftiges Potenzial“, so Höttges.

An der Plattform zur Ortung von Drohnen hatten DFS und Telekom in den vergangenen zweieinhalb Jahren gemeinsam gearbeitet. Droniq werde zunächst mit zehn Mitarbeitern in Frankfurt an den Start gehen. Der Umsatz werde sich in den nächsten drei bis fünf Jahren auf jährlich etwa 20 Millionen Euro einpendeln, hofft Höttges. Was die neue Technologie kostet, wollte Höttges noch nicht verraten. Angeboten werden soll das neue Produkt vor allem paketweise und in Abonnements.

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