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Drogeriekette dm wächst und erhöht die Preise

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Von: Jan Christoph Freybott

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25 Filialen sind bei der Drogeriekette dm im vergangenen Jahr hinzugekommen.
25 Filialen sind bei der Drogeriekette dm im vergangenen Jahr hinzugekommen. © Imago

Die Drogeriekette dm verschafft sich weitere Marktanteile - und sieht den Bio-Trend ungebrochen. Die Preise könnten weiter steigen.

Die Drogeriekette dm scheint gut durch die Krisen zu kommen - und will die Preise so tief wie möglich halten. Allerdings stellt sich das Karlsruher Unternehmen in Zukunft auf schwere Zeiten ein: Auch im kommenden Jahr rechnet der Vorstand mit hohen Preisen im Einkauf. Mehr oder weniger werden die sich auch in den Regalen von dm wieder finden. Abfedern soll das ein kluger Produktmix und Maßnahmen zur Kosteneffizienz. Bei den Kundinnen und Kunden scheint das Management jedenfalls auch in diesen Zeiten zu punkten – jeder vierte Euro, der in Deutschland für Drogerieartikel ausgeben wird, landet laut dm in einer ihrer Filial-Kassen.

In Summe ergaben sich im bis Ende September laufenden Geschäftsjahr Umsätze in Höhe von 9,9 Milliarden Euro auf dem Hauptmarkt Deutschland, ein Wachstum von knapp zehn Prozent. Auf Konzernebene, also inklusive der anderen europäischen Märkte, legte der Umsatz um knapp elf Prozent auf 13,6 Milliarden Euro zu,

Preiserhöhungen standen dabei auch bei dm an. Allerdings habe das Management nicht alle gestiegenen Kosten an die Kundschaft weitergeben müssen, sagte Sebastian Bayer, der die Beschaffung verantwortet. Wie stark die Preise anzogen, wollte dm nicht mitteilen. Bayer verwies jedoch auf Befragungen, nach denen dm beim Preis-Leistungs-Verhältnis der beliebteste Markt sei. „Im Sommer, als die Inflation schon voll da war, ist der Abstand zur Konkurrenz sogar noch größer geworden“, sagte er.

Tatsächlich verkaufte dm nicht nur teurer, sondern auch mehr - und sicherte sich so weitere Marktanteile. Der Marktanteil gemessen am Umsatz beträgt jetzt 24,8 Prozent; mehr, als alle anderen Drogerieketten zusammen. Auch sein Filialnetz spannte der Konzern im Geschäftsjahr weiter: 25 Standorte kamen unter dem Strich hinzu.

Auch im kommenden Jahr rechnet Sebastian Bayer mit hohen Kosten auf dem Einkaufsmarkt. „Wie bei der Konkurrenz werden Preiserhöhungen auch bei dm nicht zu vermeiden sein“, sagte er. Wenn ein Preis angehoben wird, könnten Kundinnen und Kunden das aber auf den Preisschildern erkennen.

Dass die Inflation die Konsumlaune trübt, sei bei der Drogeriekette derweil nicht zu erkennen, sagte Kerstin Erbe, Mitglied der Geschäftsführung. „Wir spüren nichts von einer Zurückhaltung“, sagte sie. Lediglich in manchen hochpreisigeren Segmenten gingen die Verkäufe leicht zurück.

Bemerkenswert sei, dass zuletzt die Nachfrage nach tendenziell teureren Bio-Produkten anzog. „Uns zeigt das: Wenn das Angebot stimmt, kaufen die Menschen auch bei knappen Ressourcen weiter ökologisch“, sagte Konzernchef Christoph Werner. Der Bio-Trend sei somit „kein Luxusthema für Zeiten der Unbesorgtheit“.

Nachhaltigkeit will dm sich auch in anderen Bereichen auf die Fahne schreiben. 46 Prozent der Verpackungen von dm-Eigenmarken seien bis dato recyclingfähig. Bis 2025 sollen es mindestens 90 Prozent werden.

dm wurde 1973 vom Grundeinkommen-Befürworter Götz Werner gegründet, dem Vater des heutigen Konzernchefs.

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